Wassenberg: Kunstszene jenseits von Museum oder Galerie

Wassenberg : Kunstszene jenseits von Museum oder Galerie

Schon am frühen Morgen war der Roßtorplatz mit seinen kleinen weißen Schutzzelten und herrlich bunten Ständen dicht bevölkert.

Am meisten umlagert waren die halbschattigen Sitzplätze unter Palmen um den Brunnen vor dem „Weinhaus”. „Bis auf zwei Ausnahmen”, so stellte Mitinitiatorin Rita Gehlen-Marx in Künstlergesprächen fest, „wollen sie alle wiederkommen”.

Niemand scheute die offene Unterhaltung außerhalb einer Galerie oder musealen Darstellungsform. Im Gegenteil: Die offene Szene lockerte die Kommunikation ganz offensichtlich auf.

Allein beim großen Mönchengladbacher Künstler Friedhelm Beilharz waren an die 150 Interessenten mit Wissbegier eingekehrt. Beilharz, der jahrzehntelang als Kunstpädagoge tätig war, konnte auch mit 75 Jahren noch erfahren, dass seine Intentionen von „Kunst” und Darstellungsformen gesucht und verstanden werden.

Neben der Malerei in diversen Techniken, waren die Skulpturen in den verschiedensten Darstellungsformen besonders interessant. Das „dreidimensionale Stahlbild” eines Leo Jongen aus Heinsberg oder des Bildhauers Christoph Ohmes aus Erkelenz forderten besondere Vorstellungskraft des Betrachters.

Sehr viel Interesse fand die Erinnerungsausstellung „Mythos des Steins” des verstorbenen Bildhauers Ernst Brockschnieder. Von großem Interesse begleitet war die handwerkliche Schau des Ehepaares Ida und Walter Bienen mit Bändchen-Weberei aus selbst gesponnener Schafwolle und einem Boot für „zwei Verliebte”, das Walter Bienen gebaut hat.

Die Stäbchen-Weberei sieht kinderleicht aus - wenn man sie beherrscht! Der Mönchengladbacher Wolfgang Franken, ein Ikonen-Gestalter, regte zu Gesprächen in der Georgs-Kirche an.

Bürgermeister Manfred Erdweg hatte die Ausstellung um Punkt 10 Uhr eröffnet. Seine Wünsche nach großer Resonanz sollten in Erfüllung gehen. Wesentlichen Anteil an Vorbereitung und Ablauf hatte Heinz Randerath von der Stadtverwaltung.

Unterstützt wurde der Kunst- und Kulturtag vom Gewerbeverein, Kulturförderverein und von Sponsoren. Das betraf vor allem die untermalende Musikszene mit der Jazz-Sängerin Beverley Daley und dem Duo Vincent Heitzer und Elfi Tholen (Tenor und Sopran mit Keyboard).

Gleich neben dem Bronze-Pferd auf dem Roßtorplatz malte Susanne Marx Kindern entzückende Gesichter á la „Cats”. Heimatliche Züge vermittelte die Einsegnung der „Marktsäule” auf dem Roßtorplatz.