Kreis Heinsberg: Kunst trägt zur Völkerverständigung bei

Kreis Heinsberg : Kunst trägt zur Völkerverständigung bei

„Heem — Daheim, zu Hause“ lautet der Titel einer Kunstausstellung im Rahmen des Festes der Begegnung zum 25-jährigen Bestehen der Sparkassen-Stiftung. Zur Vernissage im Alten Rathaus von Hückelhoven-Ratheim begrüßte der Vorsitzende des Kunstvereins Canthe, Dr. Hans Latour, auf Deutsch und Niederländisch zahlreiche Besucher.

Er meinte unter anderem, Musik und Kunst seien wichtige Beiträge zur Völkerverständigung und hätten schon immer Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammengeführt, und sie seien, wenn man so wolle, die ersten Globalisierer gewesen.

Dr. Richard Nouvertné, Vorstandsmitglied der Sparkassen-Stiftung, beschrieb die Anfänge der Stiftung: „1990 haben wir sie gegründet, um den Völkerverständigungsgedanken in der Region zu unterstützen.“ Damals sei vieles auf dem richtigen Weg gewesen: „Es war Friede in großen Teilen der Welt.“

Das Ende des Kalten Krieges habe begonnen, die Wiedervereinigung Deutschlands kurz bevor gestanden. „In den letzten Jahren scheint das Pendel zurückgeschlagen zu sein. Für unmöglich gehaltenen Kriege werden geführt, und in unserem Land keimt an manchen Stellen Fremdenfeindlichkeit auf, und eine Vielzahl von Flüchtlingen strömt in sichere Länder“ Und nach 25 Jahren sei die Stiftung für Völkerverständigung wichtiger denn je; und die gebe es nicht ohne Engagement, für das auch diese Ausstellung ein Beispiel sei.

Der Aachener Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke führte in die Ausstellung ein und kommentierte und interpretierte die Kunstwerke der elf deutschen und vier niederländischen Künstlerinnen und Künstler. Vom Kunstverein Canthe sind Henriette Echghi, Laura-Helene Förster, Renate Schell, Theo Heinen, Henning Herzberg de Pers, Gert Jäger, Toni Jansen, Heimut Machat, Peter Röttges, Michael Borgulat und Mirosslav Sigut mit Arbeiten vertreten. Aus dem benachbarten niederländischen Bingelrade stellen Guido Ancion, Suus Elkink-Martens, Marlies Hoens und Nico van Zuilen Werke aus.

Es gelang Dirk Tölke, sowohl spannend als auch humorvoll, den Sinn der jeweiligen Kunstwerke zu erschließen und herauszuarbeiten. Deutlich wurde, auf wie viele unterschiedliche Arten man sich dem Thema „Heimat“ nähern kann. Und bei der Umsetzung des vorgegebenen Themas in Kunst wurde auch deutlich, dass es eben nicht nur um diese Umsetzung ging, sondern dass auch eine Menge an ganz persönlichen Empfindungen zum Ausdruck kam. Man könnte auch sagen, dass „Heimat“ nicht nur ein geografischer Begriff ist, sondern viel mehr ein innerer Vorgang, in dem sich gleichermaßen Herz und Verstand wiederfinden.

Musikalisches Highlight

Ein besonderes Highlight der Ausstellungseröffnung war die Musik von Hubert Minkenberg: Er spielte in einer Mischung von Komposition und Improvisation mit unterschiedlichen Saxofonen zu live eingespielten Klang­elementen. Über diese sich ständig wiederholenden Grundmelodien mit Hilfe von technischem Gerät wurden immer wieder weitere Schichten von neuen Melodien gelegt. Somit wurden die Zuhörer Zeugen des Kompositionsprozesses. Als Percussionist begleitete Jakob Minkenberg seinen Vater.

Die Ausstellung im Alten Rathaus von Ratheim ist noch geöffnet am kommenden Wochenende, Samstag und Sonntag, jeweils von 11 bis 18 Uhr.