Erkelenz-Hetzerath: Kunst im Haus Hohenbusch

Erkelenz-Hetzerath : Kunst im Haus Hohenbusch

Im Herrenhaus auf Haus Hohenbusch stellen bis zum Wochenende die beiden Nettaler Künstler Loni Kreuder und Salvatore Minden ihre Werke aus. Dabei ergänzen sich Kreuders abstrakte Bronzeskulpturen und Mindens Netzwerk-Gemälde zu einem raumfüllenden Ganzen.

In der Eröffnungsrede hob die Journalistin Dr. Susan Tuchel hervor, dass „Gerede über die Bilder” weniger zu den Werken hin als von ihnen weg führe. Trotzdem umriss sie in einigen Worten das Werk und Schaffen der beiden Künstler, die nur auf den ersten Blick nichts gemeinsam hätten außer ihrer Wahlheimat Nettetal.

Zu Kreuders Werk betonte Tuchel, dass in bewusster Abkehr vom Realismus eine Ebene der Abstraktion geschaffen worden sei, auf der unterschiedliche Wahrnehmungsformen verschmelzen. In ihren Skulpturen setze sich die Künstlerin mit Gefühlen auseinander, denen sie Gestalt gebe und sie somit für den Betrachter greifbar mache. Die ausgestellten Skulpturen stellen einen Querschnitt ihres rund 30-jährigen Schaffens dar, für das sie mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. Die Skulpturen entstehen nach ihren handgefertigten Modellen in einer Gießerei in Kevelaer. Regional bekannt sind zum Beispiel ihre „Brunnenkinder” am Brunnen in der Wegberger Fußgängerzone.

Ein „Zauber ganz anderer Art” gehe von den Werken des Malers Salvatore Minden aus, hob Tuchel hervor. Seine Arbeiten auf Leinen, Jute, Hanf oder Baumwolle stellen abstrakte Netzwerke dar, wie sie heute überall auf der Welt existieren. Die Maltechnik, bei der auch Heu auf die grundierten Flächen aufgetragen wird, hat der 1947 in Stuttgart geborene Künstler selbst entwickelt.

Durch den Einsatz von Naturmaterialien in seinen Bildern entsteht ein Eindruck, der an bleiverglaste moderne Kirchenfenster erinnert. Die kontrastiven Farbschichten werden dabei in mehreren Arbeitsgängen aufgetragen. Einige seiner Bilder bestehen so aus zehn bis zwölf übereinander aufgetragenen Schichten. Ganz sachlich hat Minden seine Werke durchnummeriert und verzichtet gänzlich auf Namensgebungen, die den Betrachter leiten könnten. Die Ausstellung ist noch bis nächsten Sonntag, 15. Juni, im Herrenhaus zu sehen.