Wassenberg: Kultwein zeichnerisch spezielle Note gegeben

Wassenberg : Kultwein zeichnerisch spezielle Note gegeben

Mit dem Kultwein „Burgberg Sankt Georg”, einem biologisch angebauten Spätburgunder trocken, bleibt die Burg Wassenberg und mit ihr viele Freunde dem verstorbenen Propst i.R. Wilhelm Willms auch noch in fernen Zeiten verbunden.

Der Autor vieler geistlicher Lieder, Musicals und Gedichte war auch ein talentierter Zeichner, der seine feinsinnigen Gedanken und Essays mit wenigen markanten Strichen noch vertiefte.

Die Absicht seiner Freunde Rüdiger und Helga Soltisek, den historischen, in Wassenberg schon auf die Römerzeit zurückgeführten Weinanbau wieder zu beleben, begleitete der Weinkenner Wilhelm Willms mit besonderem Interesse.

Der ehemalige Kölner Regierungspräsident Dr. Franz-Josef Antwerpes gab sogar manchen praktischen Hinweis und „erste Schnitthilfe” aus persönlicher Erfahrung.

Der Burgberg mit Südhanglage und warmem Ziegelsteingemäuer für nächtliche Nachwärme an kühleren Tagen bot gute Voraussetzungen. Es war von Beginn an nicht beabsichtigt, einen größeren kommerziellen Weinanbau zu betreiben.

Nach der Devise „Just for Fun” und rein biologisch bekamen die Reben vom „Kaiserstuhl” bei Freiburg eine entsprechende natürliche, durch keinerlei Spritzmittel beeinflusste Behandlung.

Schon im ersten Jahr - 1995 - konnte Familie Soltisek eine gute Ernte einfahren. Die dicksten und leckersten blauen Trauben gediehen direkt unterhalb der Burgmauern.

Gekeltert und weiterbehandelt wurde in der Staatsdomäne Marienthal an der Ahr. Hier reifte der Spätburgunder Kabinett trocken 1995 zu einem tollen, spritzigen Wein heran, ehe er in die eleganten, schlanken Flaschen abgefüllt und präsentiert wurde.

Das Etikett trug und trägt noch heute die Handschrift des Denkers und Zeichners Wilhelm Willms: Da kehren zwei Männer zusammen mit dem von Moses entsandten Kundschafter Josua aus dem Land Galiläa hochbeladen mit Trauben zurück.

Die Trauben sind der Beweis dafür, dass sie auf dem richtigen Weg ins gelobte Land sind, „in dem Milch und Honig fließen”. Dass diese Reise dann insgesamt 40 Jahre währte, sagt das Alte Testament aus.

Die Kundschafter à la Wilhelm Willms sind lustige Leute, haben bacchantische Züge. Sie wissen längst, wie der Wein aus solchen Trauben schmecken wird.

In den Jahren nach 1995 war alle Mühe vergeblich. Es war entweder zu feucht, zu trocken, zu kalt oder der Mehltau besorgte den letzten Rest. Alle Hoffnung war zunichte.

„Aber”, sagt Rüdiger Soltisek, „wir haben ständig dazu gelernt, wie man einen biologisch angebauten Wein doch noch an seine neue Umgebung gewöhnen kann, wie er resistent wird und doch noch Früchte trägt.”

Die Ernte 2001 war gut. Propst Wilhelm Willms gestaltete sein zweites Etikett „Spätburgunder Kabinett trocken”. Wieder griff er auf das „Alte Testament”, diese unerschöpfliche Fundgrube theologischer wie literarischer Arbeit, zurück, die auch großen Filmregisseuren schon manche zündende Idee zu großen Historienfilmen lieferte.

Der Prophet Elia mit dem Wanderstab in der Hand gießt aus einem einzigen Krug Wein (in diesem Fall soll es Öl sein) in eine ganze Reihe bereitstehender leerer Krüge.

Der Prophet berichtet von der alttestamentarischen „Witwe von Sarepta”, einer großzügigen, mildtätigen Frau, die allen half, die Hilfe brauchten. Der Prophet bat sie um Hilfe für Arme.

Die Witwe Sarepta machte keinen Hehl daraus, dass sie nur noch einen Rest Öl in ihrem Krug habe. Den wolle sie ihm gerne für die Armen geben. Als sie nun die Flasche ausgoss, wurde sie auf wundersame Weise nicht leerer. Sie konnte alle Krüge füllen.

Die Geschichte von der Witwe von Sarepta hat natürlich einen Hintergrund: Wenn man anderen in der Not helfe, helfe man auch sich selbst. Eine gute Seele versiegt nie - wie eine ewige Quelle!

Der 2001er Spätburgunder Kabinett trocken „Burgberg Sankt Georg” bleibt ein Kultwein ganz besonderer Art: Er erinnert an einen Freund, der seinen herausragenden Geist in den Dienst dieser Freundschaft stellte.