Heinsberg: Kürzere Wege und schnellere Behandlung

Heinsberg : Kürzere Wege und schnellere Behandlung

Erst in zwei Wochen sollen die Bagger zum ersten „Spatenstich” anrollen. Doch schon jetzt werden Versorgungsleitungen für das neue Medizinische Dienstleistungszentrum am Heinsberger Krankenhaus gelegt.

Rund sechs Millionen Euro investiert die Städtische Krankenhaus GmbH in den Gebäudekomplex, der im Dreieck zwischen Stiftsstraße, Liecker Straße und der Straße Auf dem Brand entstehen soll.

Auf fünf Etagen werden über 3000 m2 Nutzfläche entstehen, erläuterte Bürgermeister Josef Offergeld am Donnerstag gemeinsam mit den Geschäftsführern des Krankenhauses, Heinz-Gerd Schröders und Herbert Houben.

Der Schwerpunkt liege auf der Ansiedlung von Fachärzten, die das medizinische Leistungsspektrum des Krankenhauses sinnvoll ergänzten. „Es wurden daher bereits Räumlichkeiten an zwölf Fachärztinnen und Fachärzte der Fachrichtungen Radiologie, Nuklearmedizin, Urologie, Dialyse, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kardiologie sowie Kinder- und Jugendmedizin vermietet.”

Der Kinderkardiologe, der in das neue Zentrum einzieht, sei der einzige, den es derzeit im Kreis Heinsberg gebe, so Offergeld. Eine Apotheke und der Stützpunkt eines ambulanten Pflegedienstes runden das Dienstleistungsangebot ab.

„Die künftigen Mieter arbeiten bereits heute als Konsiliar- und zuweisende Fachärztinnen und Fachärzte (Konsiliararzt = zur Beratung hinzugezogener Arzt) intensiv mit dem Krankenhaus zusammen.

Medizinische Leistungen unterschiedlicher Art werden damit vor allem zum Wohle der Patientinnen und Patienten an einer Stelle konzentriert.” Schnellere Behandlungsmöglichkeiten durch kürzere Wege würden somit Realität.

Architektonisch wird sich das neue Dienstleistungszentrum mit einer Klinkerfassade und einem ab der 4. Etage angesetzten Walmdach an den bestehenden Krankenhauskomplex anschließen. Zu den Bürgersteigen der angrenzenden Straßen ist ein umlaufender Arkadengang vorgesehen.

Das Gastes-Denkmal an der Ecke Stifts-/Liecker Straße, das an die Ursprünge des Krankenhauses als Armenhaus erinnert, bleibt erhalten und wird lediglich überbaut.

„Von den Nutzungsmöglichkeiten her ist das Medizinische Dienstleistungszentrum sicherlich ein großer Wurf, der im Kreisgebiet und darüber hinaus seinesgleichen sucht”, meint Offergeld als Vorsitzender des Krankenhaus-Verwaltungsrates nicht ohne Stolz. Das Projekt reihe sich nahtlos in die Entwicklungen der letzten 20 Jahre ein.

So sei es gelungen, seit 1987 Fördermittel des Landes für bauliche Investitionen von 20,2 Millionen Euro zu erhalten. Zudem habe das Krankenhaus stetig aus selbst erwirtschafteten Finanzmitteln umfangreiche baulich Maßnahmen in Höhe von über sechs Millionen Euro durchgeführt.

Schon im Sommer 2010 sollen die ersten Mieter das neue Medizinische Dienstleistungszentrum beziehen.