Kreis Heinsberg: Künstlerin aus Ratheim ist neue Teilnehmerin bei der Kunsttour

Kreis Heinsberg : Künstlerin aus Ratheim ist neue Teilnehmerin bei der Kunsttour

Die Kunsttour, der Tag der offenen Ateliers und Galerien, ist in der Kulturwelt des Kreises Heinsberg seit 2002 fest verankert. In diesem Jahr hat das Amt für Bildung und Kultur der Kreisverwaltung die Organisation übernommen und gleichzeitig die Kunsttour für mehr Bewerber geöffnet. Eine der neuen Teilnehmerinnen ist Ulrike Isenrath aus ­Hückelhoven-Ratheim.

Die Betriebswirtin, Lehrerin und Künstlerin lebt und arbeitet in Ratheim am Ratheimer Markt 6 ganz in der Nähe des alten Rathauses, in dem sie 2011 ihre erste Ausstellung hatte. Ihren künstlerischen Wirkungskreis hat Ulrike Isenrath mit dem zweiten Standort in Königswinter erweitert.

„Die eine Welt reicht mir nicht“, betont sie ihre Entdeckungsfreudigkeit und Weltoffenheit. Neben der Malerei hat sie mit den Treibholzfundstücken vom Rhein ein weiteres Tätigkeitsfeld für sich gefunden, mit dem das plastische Gestalten und die Objektkunst in den Fokus ihrer Kreativität gerückt sind. Eine permanente Ausstellung ihrer Treibholzplastiken in Königswinter legt davon Zeugnis ab.

Dass Farben Inhalt und ein Stück ihrer Lebensgestaltung bedeuten, hat sie schon 1998 in lyrischer Form zum Ausdruck gebracht: „Ich liebe das Leben, weil Du mich liebst, wie es tiefschwarz, leuchtendrot, hellgelb, dunkelbraun und Dich gibt.“ Auch die Farbe Blau nimmt nicht selten Raum in ihren Bildern ein. „Blau ist unendlich“, lenkt sie ihren Blick auf eine subjektive Deutung.

Und sie gestaltet mit einem Blau in einer Intensität, das den Betrachter an Yves Klein erinnert. Wenn im Bild „Mond im Hof“ zum Blau auch das Goldgelbe und das silbrig Glänzende vornehm kontrastierend eingesetzt wurden, so dominiert im nächsten Bild ein Blau, das die unendliche Tiefe des Universums widerspiegelt. Und sie weiß von den vielen netzwerkartigen Einflüssen der Kräfte im Kosmos, die im Bild zu sehen sind. „Gleich den Verknüpfungen im Hirn“, wie sie betont.

„Mich reizt nach wie vor das Unbekannte und Unendliche, das Universum, der Kosmos, das Weltall“, bekennt Isenrath denn auch freimütig. Die Expansion des Weltalls und die Kräfte im Universum werden in ihren Bildern immer wieder thematisch aufgegriffen. So gibt die Künstlerin ihren Bildern auch Titel wie „Sonnennebel“ und „Fremder Stern“. Wenn in der Malerei ihr Chagall und Klee nahestehen, so ist Picasso mit seiner Formenvielfalt ihr Inspirator für das plastische Gestalten.

Wenn Ulrike Isenrath auf ihrer Internetseite mit Picassos Aphorismus „Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehen“ auf ihre künstlerische Verortung verweist, so passt der Ausspruch Picassos „Das Geheimnis der Kunst liegt darin, dass man nicht sucht, sondern findet“ auf das andere kreative Standbein. Da reicht die Bandbreite ihrer Gestaltungseingriffe auf das gefundene Material von der reinen Betonung und Freistellung des Fundzustandes bis zur Neugestaltung einer Plastik durch das Zusammenfügen einzelner Teile.

Ihre Arbeiten — neben den bisherigen Ausstellungen — auch bei der Kunsttour zeigen zu wollen, dies sei ihre Motivation zur Teilnahme gewesen: „Das könnte ich auch mal machen“, so ihr Entschluss, auch im Bewusstsein, ihre Arbeiten einer größeren Öffentlichkeit zu zeigen und mit Menschen in einen Dialog über ihre Kunst zu kommen.