Wegberg-Wildenrath: Künstler spüren Kunstwerke der Natur auf

Wegberg-Wildenrath : Künstler spüren Kunstwerke der Natur auf

Der Titel verriet dem Betrachter im Prinzip schon das wesentliche: „Kunstwerke der Natur, aufgespürt und gestaltet von Dr. Wilhelm Dahmen", Professor für Ökologie und freier Landschaftsarchitekt.

Zusammen mit Gisela Dahmen zeigte er seine Werke in den Seminarräumen von Haus Wildenrath, war damit einer Einladung der Nabu-Naturschutzstation Wegberg-Wildenrath gefolgt. „Strukturen und Gestalten aus natürlichen Elementen” lautete eine andere, ebenfalls sehr treffende Überschrift bei dieser Ausstellungseröffnung.

Einer Ausstellung von Bildern, vielmehr von Fotocollagen, in denen Oberflächen mehrfach gespiegelt eine neue Dimension erhalten und einzigartige Kompositionen entstehen. Aber was bedeutet eigentlich der Begriff „Strugena”, den die beiden Künstler in diesem Zusammenhang ständig verwenden?

Die Antwort folgte prompt: „Die vielfältigen Gestalten der Natur - unter anderem Felsen, Baumrinde, fließendes Wasser, Rippelmarken - regten uns an, sie zu noch komplexeren Strukturen und Gestalten zusammenzufügen.”

Dabei hätten sie Worte Eichendorfs beflügelt: „Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.”

Unter dieser Maxime seien dann schließlich Strukturen und Gestalten aus natürlichen Elementen entstanden, die ein hohes Maß an Harmonie zeigen. Die Fotocollagen ließen die Vielfalt der Natur in neuen, ganzheitlichen Bildern sichtbar werden. „Wir nennen sie Strugena”, so Dr. Dahmen.

Erde als Ganzes

Aber nicht nur das. So verstehen die beiden die Erde als Ganzes: „Die Erde als Ganzes ist ein Wesen - ein System - mit selbstgesteuerter Entwicklung”, übernehmen sie die „Gaila-Hypothese” von James Lovelock (1988 bis 1991). Außerdem verstehen sie ihre Werke wie folgt: „Das Ganze ist etwas Neues und ein ganz Anderes als die Summe seiner Teile.”

Herzlich begrüßt wurden die Kunst- und Naturliebhaber in Haus Wildenrath von Astrid Jacques vom Naturschutzbund (Nabu). Kunsthistorikern Siegrid Blomen-Radermacher gab ebenfalls noch ein paar Einblicke in die Werke von Gisela Dahmen und Dr. Dahmen.

Ganz im Sinne einer gelungenen Vernissage gab es obendrein noch etwas Musik und zwar von drei Schülerinnen der Kreismusikschule Heinsberg. Nadine Dewies, Berna Ekmekci und Giannina Maaß spielten auf ihren Querflöten hervorragend ein Stück von Boismortier.

Die Kunstwerke, die er in der Natur aufgespürt und gestaltet hat, sind noch bis zum 13. März in den Seminarräumen von Haus Wildenrath ausgestellt. Die Werke können dort täglich von 9 bis 17 Uhr betrachtet werden.