Erkelenz: Kückhovens Kampf um Freiheit erregte Gemüter

Erkelenz : Kückhovens Kampf um Freiheit erregte Gemüter

Der heutige Stadtteil Kückhoven „kämpfte” im 19. Jahrhundert um die kommunalpolitische Trennung von der Kreisstadt Erkelenz.

Dieser Wunsch der Kückhovener erregte damals die Gemüter, wie im Erkelenzer Kreisblatt von 1859 zu lesen ist:

„Die Nachbargemeinde Kückhoven hat durch ihre Vertreter einstimmig beschlossen, die in der vorigen Kammer-Session dem Abgeordneten-Hause eingereichte Petition um größere Selbständigkeit und Unabhängigkeit von der Stadtgemeinde Erkelenz bei der bevorstehenden Session zu erneuern, weil ungeachtet der damals von der betreffenden Abgeordneten-Kommission mit Zustimmung des Ministerial-Kommissars empfehlenden und in der Plenarsitzung vom 4. Mai 1858 einstimmig beschlossene Überweisung der Petition an das Staats-Ministerium zur Berücksichtigung bis jetzt für die Gemeinde kein Resultat erfolgt ist.”

In Pesch fand 1859 eine Feier statt, bei dessen Gelegenheit Dechant Peter Bono aus Holzweiler die seit alters her auf dem Hause Pesch - Rittergut der freiheitlichen Familie von Bongardt - dem heiligen Georgius geweihte Hauskapelle nach einer Erweiterung segnete. Mit diesem Umbau gab der Besitzer der Bevölkerung die Möglichkeit, darin täglich den Gottesdienst feiern zu können.

So wurde 1859 zur Lucia-Kirmes in Terheeg eingeladen: „Zu dem bevorstehenden Feste St. Lucia empfiehlt der Unterzeichnete für den 13. und 14. Dezember außer seinen guten Getränken ein gutes Mittagessen und abends Portionen diverser Fleische und süßen Schellfisch. Hubert Küster am Neuhaus.”

Die Gebrüder Püllen in Oestrich empfahlen im gleichen Jahr ihre Krautpresse: „Auch halten wir stets Obst- und Zuckerrübenkraut vorrätig, welches wir sowohl en groß als en Detail, je doch nicht unter fünf Pfund, billigst abgeben.”

Für die Orgel in der Erkelenzer Pfarrkirche St. lambertus sammelte der Orgelbauverein 1889 fleißig Geldspenden.

So war auch der Erlös eines Konzertes für diesen Zweck bestimmt, wie das Erkelenzer Kreisblatt informiert: „Zum Besten des Orgelbaufonds der Erkelenzer Pfarrkirche St. Lambertus fand am 24. November 1889 im Saale Fongern ein Vocal- und Instrumentalkonzert statt, das der Hilberath´sche Gesangverein Erkelenz im Verein mit dem gleichfalls unter der Leitung von P. J. Hilberath stehenden Streichorchester veranstaltete.

Als Solist wirkte der Buchdruckereibesitzer J. van Gils aus Geilenkirchen mit, der eine „Phantasie brillante” auf der Flöte vortrug. Der Verein darf mit vollster Befriedigung auf diesen Abend zurückblicken, um so mehr, als er sich im Dienst der guten Sache gestellt hat.”

Im Jahr 1889 gab es eine enorme Verbesserung in den Eisenbahnwagen, wie in der Zeitung notiert ist: „Die Einführung von Sitzbänken in unsere Eisenbahnwagen IV. Klasse vollzieht sich jetzt auch in unserem Bezirke. In der Mitte des Waggons ziehen sich in der Länge nach zwei Sitzplätze hin, die eine gemeinsame Rücklehne haben.”