Kreis Heinsberg: Kreuzweg der Arbeit sieht Leiden von heute

Kreis Heinsberg : Kreuzweg der Arbeit sieht Leiden von heute

Zum Kreuzweg der Arbeit laden die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bezirk Heinsberg, der Oberbrucher Verein Amos, die Pastoral in der ­Arbeitswelt vom Bistum Aachen, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten der Region Aachen und der Katholikenrat der Region Heinsberg an diesem Freitag, 11. April, nach Oberbruch ein.

Start des Kreuzweges ist um 18 Uhr in der evangelischen Erlöserkirche. In einer Prozession geht es von dort zur katholischen Kirche St. Aloysius. Dort werden KAB-Gruppen aus dem Bezirk Heinsberg Setzkästen zeigen, die den Themen des Kreuzwegs gewidmet sind. Den Abschluss bildet eine Begegnung im Arbeitslosenzentrum im Dechant-Sauer-Haus in Oberbruch.

„Kreuz der Arbeitslosigkeit“

Ziel des Kreuzwegs sei es, Leidenswege der Menschen zum Ausdruck zu bringen, so die KAB. „Primär steht das Kreuz der Arbeitslosigkeit vor Augen.“ Andere Menschen würden die Last unverschuldeter Armut tragen. „Viele kleine Minijobs lasten wie ein Kreuz auf dem Rücken der unsicher Beschäftigten. Die Schöpfung hängt am Kreuz der wirtschaftlichen Ausbeutung. Fracking an Mensch und Natur darf nicht sein.“ Sogar die Kirche mute ihren Mitgliedern spezielle unbarmherzige Ver- oder Gebotskreuze zu, die geändert werden müssten, erklärte die KAB.

Üblicherweise zeigen die katholischen Kreuzwege die Passionsgeschichte Jesu. Bildtafeln oder Bildstöcke betrachten den Leidensweg Jesu von seiner Verurteilung bis zur Grablegung. Der Kreuzweg der Arbeit sieht darüber hinaus Leiden der Menschen von heute. Einzelne Stationen sollen auf öffentlicher Straße bewusst machen, wie Mensch und Natur in den Alltagsvollzügen leiden würden.

Beginn im Jahr 1982

Der Kreuzweg der Arbeit begann im Bistum Aachen im Jahr 1982 als Protest gegen die angekündigte Entlassung von 2500 Mitarbeitern der Firma Vegla. Es müsse angeprangert werden, „wie der Mensch in der Arbeitswelt den Kürzeren zieht, wie ohnmächtig er sich den von oben auferlegten Zwängen ausgeliefert sieht, wie er erlebt, dass einer höheren Rendite wegen Arbeitsplätze abgebaut werden“, hieß es schon damals.

Seit jenem Jahr findet der Kreuzweg der Arbeit jährlich im Bistum Aachen statt; so auch in Hückelhoven vor Schließung der Zeche Sophia-Jacoba. „Eine christliche Gesellschaft darf nicht bei der Betrachtung des persönlichen Leidens Jesu stecken bleiben, sie muss den leidenden Jesus auf der Straße und am Arbeitsplatz von heute sehen“, forderte die KAB. „Auch sein Kreuzweg fand öffentlich auf der Straße statt.“

Ihm habe eine Frau wie Veronika durch eine starke mitfühlende Geste geholfen. Das Kreuz Jesu habe der Mann Simon mitgetragen. „Wir Zeitgenossen der Leidenden von heute sind aufgerufen, die Kreuze unserer Zeit nicht nur anzugucken, sondern sie zu benennen und möglichst abzuschaffen.“ Nicht alle Kreuze könne dieser Kreuzweg der Arbeit berücksichtigen. Doch einige sollen an passenden Stationen öffentlich in Oberbruch, einem Industriestandort, dargestellt werden.

(anna)