Kreis Heinsberg: Kreisumweltausschuss verabschiedet Josef Nießen

Kreis Heinsberg : Kreisumweltausschuss verabschiedet Josef Nießen

Der Kreisausschuss für Umwelt und Verkehr war die letzte Ausschusssitzung für den Dezernenten Josef Nießen, der ab September als Kreisrat des Landkreises Harburg seine Brötchen verdienen wird. Der Ausschussvorsitzende Franz-Michael Jansen nutzte die Gelegenheit gerne, um Josef Nießen mit einigen ehrenden Worten gebührend auf Wiedersehen zu sagen.

Mehr als 17 Jahre lang hatte Josef Nießen als Dezernent im Dienste des Kreises Heinsberg und seiner Bürger gestanden. Jansen zählte einige der Projekte auf, die man gemeinsam in dieser Zeit umsetzen oder auf den Weg bringen konnte. Er nannte beispielhaft die Eröffnung der EK 5, die Ortsumgehungen für Gangelt und Birgden sowie die Landschaftspläne für Baal und Wassenberg.

Jansen: „Wenn man von Josef Nießen spricht, muss man in einem die Abfallwirtschaft nennen.“ Die Kosten, die Nießen den Bürgern im Kreis Heinsberg mit seiner Müllkonzeption erspart habe, seien immens. Und als Ausschussvorsitzender zollte Franz-Michael Jansen dem Verwaltungsmann ein weiteres Lob: „Ich habe mich neben ihm nie unsicher gefühlt. Er steht wie eine Eiche. Josef Nießen hat sich um den Kreis Heinsberg verdient gemacht.“

Josef Nießen gab dieses Lob zurück. Entscheidend bei allen Projekten sei für ihn immer die Zusammenarbeit mit den Menschen gewesen. Deshalb erfülle ihn weniger Stolz als Dankbarkeit dafür, dass er seinen Beitrag leisten durfte in den vergangenen Jahren.

In der Sitzung befassten sich die Ausschussmitglieder unter anderem mit einer Stellungnahme des Kreises Heinsberg zum Änderungsverfahren für den Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen, kurz LEP NRW. Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte im April eine Änderung des LEP gebilligt und ein Beteiligungsverfahren beschlossen. Die Kreisverwaltung Heinsberg hatte ihre zuständigen Ämter bereits einbezogen und einen Textentwurf der Stellungnahme des Kreises Heinsberg zu den Änderungen des LEP verfasst.

Die Grünen-Kreistagsfraktion hatte ihrerseits fünf Kritikpunkte in einem Antrag an den Ausschuss aufgestellt. Diese Punkte bezogen sich auf den Ausbau der Windenergie, die Versiegelung von Flächen, die Zersiedelung der Landschaft und den Flächenverbrauch.

Allerdings fanden wesentliche Kritikpunkte der Grünen wenig Gegenliebe bei Schwarz-Gelb im Ausschuss, ein Spiegelbild der Landespolitik auf Kreisebene. Erwin Dahlmanns, Sprecher der CDU, sah die „Spargeldinger“ (Windräder) lieber im Offshore-Bereich angesiedelt und konnte sich auch nicht mit der Kritik der Grünen an der Siedlungspolitik der Landesregierung im ländlichen Raum anfreunden. Dahlmanns erhofft sich vom LEP Entwicklungsmöglichkeiten der Dörfer.

Ulrich Horst, der für die Grünen den Antrag erläuterte, befürchtet hingegen einen erhöhten Flächenverbrauch. Ein wenig schwierig gestaltete sich die Diskussion, als Gerd Krekels für die SPD forderte, in die Stellungnahme des Kreises noch das Problem des Gülletourismus in Bezug auf Tierhaltungsbetriebe im Außenbereich reinzubasteln.

Amtsleiter Günter Kapell wies dezent darauf hin, dass der LEP wohl nicht das geeignete Mittel sei. Die Gülleentsorgung gehöre eher in einen Bauantrag. Außer Ulrich Horst für die Grünen stimmten alle Ausschussmitglieder für die von der Verwaltung erarbeitete Stellungnahme zum LEP.

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