Heinsberg: Kreisgymnasium singt, swingt und musiziert

Heinsberg : Kreisgymnasium singt, swingt und musiziert

Im Kreisgymnasium stürzt man sich nicht auf Musikkonserven. Man singt, swingt, um im Motto zu bleiben, und musiziert selbst.

Zahlreiche Aktive bestritten das „Sonntagskonzert” vor einer von der Zahl her eher unbefriedigenden Hörerschaft. So viel kindlicher und jugendlicher Einsatz hätte mehr Besucher-Resonanz verdient.

Allein die drei Chöre in ihrer imponierenden Größe hätten doch mehr Anhänger aus Familie und Verwandtschaft finden müssen. Der Unterstufenchor, Leitung ´Theo Krings, der Jahrgangsstufenchor 10 und 11 sowie der über 70-köpfige Chor des Kreisgymnasiums als Aushängeschild der Schule, die beide unter der Leitung von Katharina Josten-Rühl standen, brachten es insgesamt auf 200 Sängerinnen und Sängern aller Altersstufen, wobei erfreulich zu vermerken ist, dass auch die Jungen ihr Herz wieder fürs Singen entdeckt haben. Sie stellten rund die Hälfte der Mitglieder.

Das war nicht immer so. Was die schulische Musikerziehung betrifft, demonstrierte das Kreisgymnasium mit diesem Konzert eher die Ausnahme von der Regel, und Wolfgang Schattow rechnete nach, dass die Schule sich schon immer in besonderem Maße der Musik angenommen habe.

Er selbst erlebte das bereits 1956, und noch Ältere wissen, dass es bereits unmittelbar nach dem Kriege, als die Schule noch danieder lag und man nach Schafhausen ausweichen musste, prächtige Weihnachtskonzerte gab, die der damaligen Zeit entsprechend feierlich und distinguiert abliefen.

Das hat sich radikal geändert. Das Sonntagskonzert kam locker und beschwingt daher, dafür nicht weniger gepflegt und anspruchsvoll. Statt der hohen Liedkunst eines Schuberts oder Beethovens hatte man sich exemplarisch der breiten Zeitströmung verschrieben, nicht ohne dabei auch ein wenig den pädagogischen Zeigefinger zu heben.

Das geschah namentlich in der Liederauswahl Israels, wo der Ruf nach Shalom und das Chassidische „Hava nagila” ertönten. Da hier Wunsch und. Wirklichkeit so weit auseinander klaffen, wollen und müssen sich einfach Stimmen in dieser Beziehung laut artikulieren. Wenn man so will, war dieser Beitrag eine kleine Demonstration für eine friedlichere Welt, nicht nur im Nahen Osten.

Der zweite Chor gab sich volkstümlich und appellierte gleichzeitig an alle Altersgenossen: „Singing all together”. Im Gepäck hatte er eine Bearbeitung von Greensleavens des früheren Musikpädagogen Kurt Hopstein, der inzwischen in seiner Kölner Heimat vermehrt als Komponist in Erscheinung tritt.

Der Schulchor schließlich fasste seinen Beitrag unter dem Stichwort von „Barock bis zur Moderne, Folklore, Spiritual und New Gospel”zusammen. Darin vertreten war eine feierliche „Intrada” aus dem 17. Jahrhundert, das alte Studentenlied „Gaudeamus igitur”, „Odi et amo” aus den „Catulli Carmina” von Orff und der irische Hit „Lord of the dance”, der alle Generationen behext.

Für die „Intermezzi” der jeweiligen Chorszenen sorgten Jan Buschen, Matthias Kleinen (Altsax/Keyboard), Miriam Weuthen, Claudia Kohlen (Flöte/Klavier), der Instrumentalpraktische Kurs unter Peter Lischewski mit dem Schlagzeuger Nils Plum und schließlich die Jazz-AG unter Eckart Krause, die jeweils mit besonderem Applaus bedacht wurden. Christoph Lenzen und Martin Laumen begleiteten die Chöre am Klavier.