Kreisgymnasium bleibt beim Kreis

Kreisgymnasium bleibt beim Kreis

Kreis Heinsberg. Mit einer klaren Absage und einem Plädoyer für die seit acht Jahrzehnten erfolgreiche Zusammenarbeit von Schule und dem Kreis und der daraus gewachsenen „historischen Identität” antwortete der Kreisschulausschuss auf einen Antrag der Grünen.

Danach sollte die Verwaltung beauftragt werden, mit der Stadt Heinsberg über die Übertragung der Trägerschaft für das Kreisgymnasium vom Kreis auf die Stadt zu verhandeln.

Als Begründung führten die Grünen auch die Schülerverteilung an, wonach 70 Prozent aus dem Stadtgebiet Heinsberg kommen. Es wäre „ein Gebot der Gleichbehandlung allen Kommunen gegenüber, den Sonderstatus des Kreisgymnasiums endlich aufzuheben”.

Als weiteren Grund nannte Grünen-Sprecher Hans-Jürgen Benden die Diskussion um die Parkplatzsituation, wobei die Stadt „so wenig zur Zusammenarbeit bereit ist”. Dieses Argument bezeichnete SPD-Fraktionssprecher Franz-Josef Fürkötter als „Versuch einer Strafexpedition gegenüber dem Bürgermeister der Stadt Heinsberg”.

Für die bereits vor zwölf Jahren von der SPD geforderte Übertragung der Trägerschaft gäbe es seit Einführung der differenzierten Kreisumlage und dem dadurch weggefallenen Vorteil für die Kreisstadt keine Veranlassung mehr.

Lediglich Benden stimmte schließlich dafür. Schuldezernent Helmut Preuß hatte zuvor auch Zahlen präsentiert. Die Schule mit derzeit 1053 Schülern habe sich auch im weiten Umland einen ausgezeichneten Ruf erworben. 720 kommen aus der Kreisstadt, 333 aus Nachbarkommunen. An der Schule unterrichten 65 Lehrer.

Preuß erinnerte daran, dass seit Einführung der Sonderumlage zur Finanzierung des Kreisgymnasiums in 1995 eine verursachergerechte Kostenverteilung erfolge. Für die Frage der Trägerschaft sollte die Schule selbst „Ausgangspunkt aller Überlegungen” sein.

Preuß zitierte aus einer Stellungnahme von Schulleiterin Annegret Krähwald: „Die Trägerschaft des Kreises ist für die Eltern, Schüler und Lehrer ein ganz wesentliches Element der Schule und ein Stück ihrer Identität und Tradition.” Heinsbergs Bürgermeister habe erklärt, dass der Antrag ihm keine Veranlassung gebe, die Frage der Trägerschaft erneut aufzuwerfen.