Kreis trauert um Franz-Josef Pangels

Kreis trauert um Franz-Josef Pangels

Kreis Heinsberg. „Wir sind alle sehr betroffen von der Nachricht. Auch wenn wir wussten, dass Franz-Josef Pangels unter einer heimtückischen und unheilbaren Krankheit litt, erschüttert uns sein Tod, obwohl er für ihn wahrscheinlich eine Erlösung von seinem Leiden war.”

„Wir sind tief ergriffen vom Verlust einer prägenden Persönlichkeit unseres Gemeinwesens. Seine vielfältigen Verdienste werden ihm immer einen ehrenden Platz in der Geschichte unserer Region sichern.”

Dies erklärte CDU-Kreisvorsitzender Dr. Hanno Kehren am Mittwoch. Am Vortag war der CDU-Landtagsabgeordnete Franz-Josef Pangels nach langer schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren im Erkelenzer Hermann-Josef Krankenhaus gestorben.

Geboren wurde Franz-Josef Pangels am 28.Juli 1935 in Matzerath. 1958 war er in die CDU eingetreten. In der Partei führte er viele Jahre lang sowohl den Ortsverband Golkrath und den Stadtverband Erkelenz als auch von 1985 bis 2001 den Kreisverband Heinsberg. Im Bezirksverband Aachen fungierte er als stellvertretender Vorsitzender.

Seit 1990 gehörte er als Direktkandidat des Wahlkreises Heinsberg II (Nordkreis) dem nordrhein-westfälischen Landtag an. Pangels, der verheiratet war, galt als ein überaus engagierter Politiker, der für seine sachorientierte und kompetente, von Fairness, Gradlinigkeit und Beharrlichkeit geprägte Arbeit geschätzt wurde - weit über das Lager der Union hinaus.

Wenn Pangels wieder einmal „erbärmliche parteitaktische Spiele” in der großen Politik kritisierte, dann nahm er dabei, wenn es ihm nötig erschien, die eigene Partei nicht aus. Den besonderen Reiz des Landtagsmandats hatte er darin gesehen, vielen Menschen im Wahlkreis zu begegnen - vom Sozialhilfeempfänger bis zum Unternehmer. Und vielen von ihnen helfen zu können.

Wegen des umstrittenen Braunkohlentagebaus Garzweiler II habe er eine schwere Bürde im Landtag zu tragen, sagte Pangels selbst einmal, habe doch eine große Mehrheit seiner Fraktion für das Projekt gestimmt. Der Versuch, „dieses Unheil von uns abzuwenden”, sei nicht gelungen.

In vielen politischen, kirchlichen, caritativen und gesellschaftlichen Gremien engagierte sich das ehemalige Kreistagsmitglied. Der Landwirt setzte sich für die Belange seines Berufsstandes im Vorstand der Kreisbauernschaft ein.

43 Jahre lang gehörte er aktiv der Freiwilligen Feuerwehr (Löschgruppe Matzerath) an. Er war Vorsitzender des Heimatvereins der Erkelenzer Lande und führte Gremien wie die Initiative Zukunft oder das Bürgerforum „Menschen in Not”. Für seine Verdienste um die deutsch-russischen Beziehungen wurde Pangels von der Moskauer Stadt-Duma mit einem Ehrentitel ausgezeichnet.

„Franz-Josef Pangels war tief verwurzelt in der Region und hat am Leben der Menschen Anteil genommen. Er wurde als aufrechter und honoriger Mensch geschätzt”, sagte Landrat Stephan Pusch am Mittwoch. Beim Blick auf das politische Wirken von Pangels sei der Kampf gegen Garzweiler II hervorzuheben. Aber Pangels habe auch viel für den Kreis Heinsberg erreicht, ohne sich in die erste Reihe zu stellen. Als kompetenter Ansprechpartner, oft im Hintergrund wirkend, habe er sich für Anliegen des Kreises eingesetzt.