Kreis Heinsberg: Kreis Heinsberg verstärkt die Jagd nach Temposündern

Kreis Heinsberg : Kreis Heinsberg verstärkt die Jagd nach Temposündern

Wie von Landrat Stephan Pusch bereits bei der Jahrespressekonferenz der Kreispolizeibehörde im März angekündigt und nun im Kreisausschuss abgesegnet, wird der Kreis Heinsberg angesichts steigender Unfallzahlen zur Unterstützung der Polizeiarbeit in die mobile Geschwindigkeitsüberwachung einsteigen.

Mit dem Beginn der Messungen an stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen habe sich seit 1990 im Bereich der Messanlagen die Zahl der Unfälle mit schweren Personen- und Sachschäden stark verringert.

Der Kreis betreibt derzeit zehn stationäre Anlagen. An der B 221 bei Geilenkirchen können die Anlagen an der Abfahrt Gillrath in Fahrtrichtung Heinsberg und an der Abfahrt Teveren in Richtung Heinsberg aufgrund der Schaffung zusätzlicher Auffahrten aufgegeben werden. Die Unfallkommission hat allerdings vorgeschlagen, an der Abfahrt Hommerschen in Richtung Heinsberg eine zusätzliche stationäre Anlage zu installieren.

Da die vorhandenen Geräte wegen der veralterten Technik nicht für neue Standorte genutzt werden können, ist die Anschaffung eines neuen Messsystems erforderlich. Die zwei jetzt schon eingesetzten Messsysteme können zunächst für die alten Standorte weiter genutzt werden. Es ist aber vorgesehen, zwei weitere (bereits vorhandene) Anlagen in Erkelenz-Kückhoven an der L 19 auf die neue Technik umzurüsten.

Die mobile Geschwindigkeitsmessung erfolgt im Kreisgebiet bislang ausschließlich durch die Polizei an über 200 Messstellen. Im Rahmen der Vorbeugung favorisiert das Land Nordrhein-Westfalen seit Langem die Möglichkeit, dass die Polizeibeamten bei Verstößen die Verkehrsteilnehmer anhalten sollen, um so auf das Verhalten der Betroffenen durch Belehrung stärkeren Einfluss nehmen zu können.

Auch die Heinsberger Kreispolizeibehörde wurde vom Innenminister nachdrücklich aufgefordert, die Messpraxis umzustellen. Dies geschah zu Beginn des Jahres unter anderem auch deshalb, „weil das bisher hier praktizierte Verfahren polizeistatistisch nicht mehr erfasst wird und die Erfolgsbilanz der Behörde unberechtigterweise sehr negativ ausfällt”. Durch die höhere Personalintensität des neuen Verfahrens sei eine ausreichende Präsenz der Polizei an den vielen Messstellen nicht mehr möglich.

Ein weiterer Anstieg der Unfallzahlen könnte laut Kreisverwaltung die Folge sein. Daher will der Kreis nun auch die mobile Messung aufnehmen. Bei fast allen Kreisen und großen kreisfreien Städten im Land wie auch in den Nachbarkreisen werde bereits seit etlichen Jahren so verfahren. Aus Sicht der Verwaltung müssten die eigenen Messungen stets in Absprache mit der Polizei erfolgen. Vorhandene Fahrzeuge und Messgeräte sollten soweit wie möglich genutzt werden.

Eine personelle Verstärkung sei jedoch unumgänglich. Aufgrund der Erfahrungswerte anderer Kreise könne allerdings davon ausgegangen werden, dass die Maßnahme kostenneutral sei. Die Verwaltung betonte, dass „allein die Senkung der Unfallzahlen im Vordergrund steht”. Die Erzielung von Überschüssen sei dagegen kein Ziel.