Kreis Düren/Bochum: „Kreis-Düren-Tage“: Zu Besuch tief im Westen in Bochum

Kreis Düren/Bochum : „Kreis-Düren-Tage“: Zu Besuch tief im Westen in Bochum

Ja, Herbert Grönemeyer hat Recht: Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser als man glaubt... Davon haben sich am Freitag und Samstag je 1000 Menschen aus dem Kreis Düren überzeugt. Mit etwas Losglück hatten sie ein Ticket für einen Tagesausflug nach Bochum im gut 400 Meter langen Sonderzug der Rurtalbahn gewonnen.

So konnten sie sich im Rahmen der 14. Kreis-Düren-Tage selbst ein Bild von der „Blume im Revier“ machen.

Seit 2004 lädt Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) einmal im Jahr zu zwei Tagesfahrten in Städte ein, die man eigentlich immer schon mal besuchen wollte, dann aber doch noch nicht gesehen hat. Das geht wohl vielen so: Rund 8000 Kartenwünsche waren für die Bochum-Tour eingegangen.

Die zweistündige Bahnfahrt nutzten viele Ausflügler für ein zweites Frühstück. Ausgeruht trafen sie um kurz nach zehn Uhr im Hauptbahnhof ein, gespannt auf den Tag. Beim Rundgang durch die City holte die erfahrene Gästeführerin Ellen Kämper weit aus: Von Kaiser Karl ging es schnurstracks in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als Bochum noch ein Dorf war. Nach den ersten Kohlefunden wuchs die Stadt rasant, um 1900 zählte sie schon 100.000 Einwohner, heute sind es gut 360.000. „Kohle, Stahl und Schlegel-Bier haben Bochum geprägt“, erzählte Ellen Kämper ihren 30 Gästen von der Rur. Kohle spiele heute keine Rolle mehr, dafür sei man Hochschulstadt.

Bochums Innenstadt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, Gedenktag ist der 4. November. An 50er Jahre-Architektur herrscht — wie in Düren — kein Mangel. Im Stadtwerkehaus ist eine wunderschön geschwungene Treppenanlage zu sehen. Was es mit den Bergmannsziegen auf sich hat und der Partymeile namens „Bermudadreieck“, erzählte Ellen Kämper ihren Gästen.

Die sahen auch die in Bochum gegossene 15 Tonnen schwere Glocke der Pariser Weltausstellung von 1867, die nun vor dem Rathaus steht. Das Kaufhaus, in dem „Der große Bellheim“ mit Mario Adorf gedreht wurde, war eine der vielen weiteren Stationen des kurzweiligen Rundgangs durch die Stadt, in der auch das Deutsche Bergwerkmuseum beheimatet ist.

„In Spanien kennt man fast jede Insel, aber in Bochum bin ich noch nie gewesen“, gestand Günter Lippmann auf der Rückfahrt nach Düren. Der Jülicher und seine Frau Angelika hatten sich für die Busrundfahrt entschieden. „Ich bin erstaunt, wie grün Bochum ist“, lautete sein bleibender Eindruck. „Unser Gästeführer hat viele Informationen gegeben und so manche Anekdote erzählt. Das war sehr kurzweilig“, berichtete die Jülicherin Johanna Muckel von der Bustour. Für Heinz und Monika Bauer aus Berzbuir hätte sie gerne noch ein halbes Stündchen länger dauern können: „Die Stadt ist im Aufbruch, da gibt es so viel zu sehen.“

„Bochum ist wirklich eine Reise wert. Das war ein sehr schöner Ausflug“, lautete das Fazit von Peter und Marianne Schmitz aus Niederzier auf der Rückfahrt. Ein weiteres Kompliment kam von Günter Lippmann: „Die Organisation war fantastisch. Die jungen Mitarbeiter des Kreises Düren sind immer sehr freundlich und aufmerksam.“