Heinsberg: Kreativer Kopf mit „goldenen Händchen”

Heinsberg : Kreativer Kopf mit „goldenen Händchen”

Sie ist bildhübsch, kreativ und hat zwei goldene Händchen: Claudia Wittgens aus Gangelt-Stahe.

Die 20-Jährige, die beim Heinsberger Coiffeur-Team von Uwe Pfeil ihre Ausbildung zur Frisörin absolvierte, wurde jetzt in Essen zur Besten ihres Ausbildungsjahrgangs in ganz Nordrhein-Westfalen gekürt.

Dabei geschah es eher zufällig, dass sie sich die für diesen Beruf entschied, in dem sie so erfolgreich sein sollte.

„Anfang der zehnten Klasse hab ich nur nach einem Nebenjob gesucht”, erinnert sich Claudia Wittgens. Dass dieser sie in einen Frisörsalon führen sollte, sei kein „Muss” gewesen.

Die Frau ihres Patenonkels, die ebenfalls bei Uwe Pfeil beschäftigt sei, habe ihr schließlich den Job vermittelt. Ein glücklicher Umstand: „Es hat mir so gut gefallen, dass ich sicher war, für mich den richtigen Beruf gefunden zu haben.”

Nach Klasse 10 beendete sie mit der Mittleren Reife dann auch ihr schulisches „Engagement” am St. Ursula-Gymnasium in Geilenkirchen, um sich der neuen Aufgabe voll und ganz widmen zu können.

„Wir haben sehr schnell ihr besonderes Talent entdeckt”, äußert sich Uwe Pfeil voll des Lobes über seinen Schützling. „Man brauchte ihr nicht alles mehrmals zu erklären, damit sie es umsetzen konnte.”

Seit 23 Jahren sei er jetzt selbstständig, so Pfeil, der insgesamt 15 Mitarbeiter beschäftigt, aber Claudia sei schon eine Ausnahmeerscheinung, obwohl es vor vielen Jahren schon einmal eine Innungssiegerin aus den eigenen Reihen gegeben habe.

Vor einem Jahr gehörte Claudia Wittgens unter 160 Bewerbern zu den fünf Stipendiaten eines Wella-Wettbewerbs, was ihr 2500 Euro einbrachte.

Wenn die 20-Jährige überlegt, wo eventuell die Wurzeln ihres handwerklichen Geschicks und des künstlerischen Ideenreichtums liegen könnten, fällt ihr spontan der Großvater ein: „Opa hat viel gemalt. Landschaftsbilder, aber richtig gut, mit Ölfarben und so.

Mit Farben zu „jonglieren” gehört heute auch zu Claudias täglichem Brot, egal ob bei den Haaren oder beim Make Up.

In Essen, als es um den Landes-Titel ging, reichten ihre hervorragenden Prüfungsleistungen, die sie zuvor noch zur Innungssiegerin und anschließend zur Kammersiegerin beförderten, dann alleine auch nicht mehr aus.

In einem Wettbewerb musste sie sich direkt der Konkurrenz stellen. Ein Herrenhaarschnitt, ein Damenhaarschnitt, eine Hochsteckfrisur und ein Make Up waren gefordert. Claudias „goldene Händchen” überzeugten am Ende die Jury.

Jetzt gehts am Sonntag, 9. November, in Berlin an den Start, um eventuell auch auf Bundesebene die Beste zu werden. Der Kammerbezirk Aachen stellt derzeit der 20-Jährigen ein zweiköpfiges Trainer-Gespann zur Seite, um noch ein paar Techniken zu verfeinern.

Im März nächsten Jahres möchte Claudia zudem an den Landesmeisterschaften in Dortmund teilnehmen. Das habe dann aber nichts mehr mit der Ausbildung zu tun.

Sich vor Publikum zu präsentieren, scheint der hübschen jungen Frau, die übrigens noch Single ist, ohnehin zu gefallen: „Ich würde auch sehr gerne mal als Akteurin auf der Bühne auftreten, um zum Beispiel neue Schnitte zu präsentieren.” Vielleicht wirds in Berlin das Lampenfieber ein wenig mildern.