Braunsrath: Kostprobe einer vorzüglichen irischen Ader

Braunsrath : Kostprobe einer vorzüglichen irischen Ader

Mit einer musikalischen Messe startete das Musikcorps Braunsrath ins ereignisreiche neue Jahr und setzte neue Akzente.

Dabei rückte die boomende irische Musik in den Mittelpunkt.

Soloklarinettist Dietmar Moll hat sich den River Dance vorgenommen und davon ein Arrangement geschrieben, das zusammen mit der „Nacht auf dem Kahlen Berg” des Traummelodikers Nikolaj Rimskij-Korsakow das Gerippe für das Jahreskonzert bildet.

Ihren Führungsanspruch wollen die Braunsrather damit verteidigen. Eine Kostprobe für ihre vorzügliche irische Ader gaben sie mit „Celtic Christmas” von James L. Hosay, das einen stürmischen Mix aus irischer und weihnachtlicher Musik darstellt.

Das Stück wurde für ein auswärtiges Benefizkonzert vor Weihnachten einstudiert und fand dort bessere akustische Rahmenbedingungen. Da die Braunsrather Krippe noch stand, fügte das Corps es der Messe als Finale an.

Was kirchliche Musik betrifft, gibt sich Dirigent Joe Brouwers sehr kritisch, und so musizierte er mehr auf kammermusikalischer Basis. Dabei kamen im Wechsel vor allem Flöten, Klarinetten oder Hörner klangschön ins Spiel.

Das übrige Blech ließ sich nur vereinzelt vernehmen. Äußerste Zurückhaltung war geboten. Idyllisch und pastoral erklangen die Weisen, Ausdruck sowohl von Feierlichkeit wie Meditation. Angesichts friedensbedrohender Weltereignisse verkniff man sich alles Martialische.

Die „Yorkshire Ballad” des Amerikaners James Barnes, nach Brouwers Meinung eine Komposition primär für die Kirche, steuerte dem demonstrativ entgegen und weckte zugleich das Interesse für mehr kammermusikalische Beiträge, etwa nach Vorbild der Melicker Harmonie, aber zur passenden Gelegenheit.

Die beiden Sätze aus der zweiten Peer-Gynt-Suite „Morgenstimmung” bzw. „Ases Tod” klangen in der Kirche noch besser als in der Oberbrucher Festhalle, und das Corps nutzte die Chance für eine noch getragenere transparente Darstellung.

Auch die Theater-Musik des Engländers Philip Sparke und ihr „Entt´act” war ein gelungener Beitrag für die selbst gestellte Aufgabe, die zahlreichen Besucher der Vorabendmesse mit erbaulichen Tönen zum Liturgiegeschehen zu begleiten. Dieser speziellen Aufgabe hielt der Verein nicht nur die Treue, sondern suchte sie womöglich noch zu vervollkommnen.

Es wird klar unterschieden zwischen Stücken, die für die Konzerte oder für Auftritte in der Kirche einstudiert werden; und dabei scheut man auch vor zusätzlicher Probenarbeit nicht zurück.

Das nächste Ereignis wirft seine Schatten schon voraus. Zum Eifeler Verein Ringhuscheid-Waxweiler bestehen schon jahrzehntelange enge Beziehungen mit gegenseitigen Besuchen.

Das Frühjahrskonzert am 15. März in der heimischen Festhalle steht ganz im Zeichen dieser alten Freundschaft. Der Gastverein bewirbt sich in diesem Jahr beim Wettbewerb in der Oberstufe und kommt infolgedessen hoch motiviert nach Braunsrath - und der Gastgeber will ihm einen vollendeten musikalischen Empfang bereiten.