Wegberg: Kommission unterstützt Bürgerverein

Wegberg : Kommission unterstützt Bürgerverein

Unterstützung von der Europäischen Kommission erfährt der Bürgerverein Eiserner Rhein. Die Generaldirektion Umwelt empfiehlt die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vor der Inbetriebnahme des Eisernen Rheins, „sofern mit diesem Vorhaben die Erhöhung des betriebsbedingten Verkehrslärms in Wohn- und Mischgebieten verbunden sein kann.”

Außerdem meint die Generaldirektion in ihrem Schreiben: „Nach derzeitiger Rechtslage ist ein Screening durchzuführen, sofern die UVP-Pflicht nicht ohnehin besteht.”

„Salamitaktik” soll Belastbarkeit erhöhen

Der Bürgerverein Eiserner Rhein hatte sich in einem Brief an die Kommission gewandt wegen der geplanten Ertüchtigungsmaßnahmen an der Trasse des Eisernen Rheins. Insbesondere werde geplant, so moniert der Verein, die Brücken in Wegberg und Dalheim erst durch Behelfsbrücken und später durch endgültige Spannbetonbrücken zu ersetzen. Dieses Vorgehen sei „sehr seltsam”.

Der Verein befürchtet, dass durch dieses Vorgehen in einer Art „Salamitaktik” die Belastungsfähigkeit schrittweise erhöht wird, um damit die Notwendigkeit einer UVP zu umgehen. Die nun vorliegende Antwort aus Brüssel bestätigt die Besorgnis, so Dr. Günter Arnolds, Sprecher des Bürgervereins.

Das Lärmgutachten der Stadt Wegberg, nach dem ganze Bereiche entlang der Strecke praktisch unbewohnbar werden, gebe da doch wohl die erste Grundlage, meint Arnolds. „Die Meinung der Kommission steht im Gegensatz zur Auffassung, die die Stadt Wegberg im letzten Jahr uns gegenüber vertrat, nach der bei Ertüchtigungsmaßnahmen keine Chance auf ein Prüfverfahren gesehen wird.”

Der Bürgerverein hat sich nun mit dem Schreiben der Kommission an die Stadt Wegberg gewandt. „Wir erwarten, dass entsprechende Prüfverfahren von der Stadt eingefordert werden - und zwar rechtzeitig, bevor es zu Baumaßnahmen kommt”, sagt Arnolds.

Es sei schon bedenklich, dass der Bürgerverein wieder einmal in seiner Auffassung hinsichtlich der Berücksichtigung von Interessen der Anwohner bestätigt wird, während die handelnden Stellen und insbesondere die Politiker um der Umsetzung fragwürdiger politischer Ziele willen Gesundheit und Umwelt gewissenlos aufs Spiel setzen, moniert Arnolds.

„Vor diesem Hintergrund sind insbesondere die Meldungen der letzten Wochen alarmierend, nach denen private belgische Firmen die Trasse für Chemietransporte nutzen wollen, gerade dies hatten wir prognostiziert. Man warf uns Panikmache vor. Genau dies soll jetzt eintreten.”