Kommentiert: Schnelle Lösung, aber...

Kommentiert: Schnelle Lösung, aber...

Eine schnelle Lösung, könnte man anerkennend feststellen, wie die CDU die Nachfolgefrage für das Amt des Landrats angepackt hat.

Aber handstreichartigen Charakter hatte das Vorgehen schon, wie da am Mittwoch mit Vorstand und Fraktion umgegangen wurde. Ob das keine Nachwehen zur Folge haben wird?

Die Entscheidung von Karl Gruber, aus Altersgründen nicht mehr zu kandidieren, muss respektiert werden. Andererseits bleibt die Frage, warum dies nicht frühzeitig offen erklärt wurde. Dann hätten an der Parteibasis in aller Ruhe Personalüberlegungen und Meinungsbildungen stattfinden können. Aber: In Vorstand und Fraktion stört das Hau-Ruck-Prozedere offenbar nur ganz wenige kritische Geister.

Helmut Preuß ist zweifellos ein Verwaltungsfachmann. Viele Kenner des Kreishauses haben in ihm schon immer den eigentlich führenden Kopf des Hauses gesehen, auch wenn er „nur” in der Dezernentenriege tätig war. Er gilt als „graue Eminenz”, als entscheidender „Strippenzieher”. Da ist es eigentlich nur konsequent, ihn nun auch wirklich zum Chef zu machen. Aber wie wird er die politische Komponente dieses Amtes ausfüllen?

Nach der Kommunalreform mit Abschaffung der Doppelspitze hatte sich die CDU für die „Amateurlösung”, pardon politische Lösung, entschieden, einen Grundschulleiter als Verwaltungschef und Kreis-Repräsentanten in einer Person etabliert. Nun schlägt dieser einen Verwaltungsspezialisten vor...

Jeder mag über die Reform der 90er Jahre denken, wie er will: Mir persönlich war die frühere Doppelspitze lieber.