Kommentiert: Hürdenlauf von Präsidenten, Politikern und Stöckchen

Kommentiert: Hürdenlauf von Präsidenten, Politikern und Stöckchen

Irgendwie hätte man es dann doch gerne gesehen, wie ein Polizeipräsident über ein Stöckchen springt. Eine sicher spaßige Angelegenheit. Aber es geht nicht um Spaß, die Sache ist ziemlich ernst. Und daher will der Präsident eben nicht springen. Egal wie viele Stöcke ihm die Ratspolitiker hinhalten.

Aber: Man hätte doch gerne gewusst, wie Dirk Weinspach den Vorschlag der Grünen beurteilt, mitten ins Büchel-Quartier eine Polizeiwache zu pflanzen. Denn auf den ersten Blick erscheint diese Idee nicht ganz so schlecht. Wo doch ohnehin immer davon die Rede ist, die Polizei solle mehr präsent sein. Warum dann also nicht dort, wo die Ordnungshüter selbst viel kriminelles Potenzial ausgemacht hat?

Wir werden vorerst nicht erfahren, was gegen den Vorschlag spricht. Weil der Präsident ihn nicht kommentieren — oder, um im Bild zu bleiben — nicht über ein Stöckchen springen will. Schade eigentlich. Statt des Stöckchens kommen jetzt Türen und Tore ins Gespräch. Diese öffnen sich ja bekanntermaßen sprichwörtlich, wenn es ans große Spekulieren geht. Was bewegt die Polizei also zu schweigen?

Vielleicht ist dieser aktuelle Fall sinnbildlich für die gesamte verfahrene Situation. Der Oberbürgermeister prescht mit eigenen Vorschlägen in Sachen Rotlicht vor, der Polizeipräsident fährt schwere Geschütze auf, die Politik schweigt (mehrheitlich) zutiefst beleidigt. Anstatt miteinander wird übereinander geredet. Was wenig zielführend ist. Und es gibt sogar Menschen, die würden über das Thema Bordell am liebsten gar nicht öffentlich reden.

Weil es ja im Rat beschlossen und damit in ihrem Politikverständnis auch abgeschlossen ist. Es geht nicht um Verbleib oder Verbannung des Bordells. Es geht um einen Prozess, in dem alle Argumente gleich bewertet werden und an dessen Ende die beste Lösung steht. Die aktuelle Situation und das Verhalten mancher lässt da leider wenig Hoffnung aufkommen.

Die Woche in Aachen, sie kam ziemlich kurz daher. Zumindest was die Arbeitstage angeht. Viele Menschen genossen zwei Feiertage, jede/r auf seine/ihre Weise. Und mancher hat vielleicht nicht an die gedacht, die Dienstag und Mittwoch erst nach getaner Arbeit Feierabend hatten. Was die Nachrichtenlage anbelangt, so sorgte diese spezielle Wochendramaturgie doch abseits der Bordelldiskussion für ziemliche Flaute.

Der verkehrspolitische Dauerbrenner Kru- genofen stach da ein wenig aus dem Nichts hervor. Tempo 30 oder Radfahrstreifen? Parkplätze weg oder doch nicht? Erneut hat die Bezirksregierung betont, dass Tempo 30 nicht erlaubt ist. Also müssen zum Schutz der Radfahrer Schutzstreifen her und Parkplätze weg. Montag soll markiert werden. Falls es nicht den nächsten Sinneswandel gibt.