Staedteregion: Kommentiert: Ein Schwergewicht für die Grünen

Staedteregion : Kommentiert: Ein Schwergewicht für die Grünen

Paukenschlag. Das ist wohl eine passende Umschreibung dafür, was den Grünen nun gelungen ist. Oliver Krischer ins Rennen um die Nachfolge von Helmut Etschenberg zu schicken, kommt nicht nur überraschend.

Die Grünen in der Städteregion eröffnen sich durch diesen Schachzug eine ernsthafte Option, bei der Vergabe des Amtes des Städteregionsrates mitzureden. Mehr noch — nach vielen Jahren könnten sie in der Städteregion nach der Wahl im November mehr sein, als nur der blasse Gewohnheitspartner der CDU.

Krischer ist im Bundestag der Mann, der wahrgenommen wird, wenn es um die Themen Tihange und Braunkohle geht. Zwei Themen, die die Menschen in der Städteregion mobilisieren wie kaum andere. Auf der großen politischen Bühne hat Krischer oft bewiesen, dass er grüne Politik populistisch zuspitzen kann, dennoch stets auf der Suche nach realpolitischen Kompromissen ist. Dass so ein Mann nun ins Städteregionshaus einziehen will, muss den Konkurrenten Tim Grüttemeier (CDU) und Daniela Jansen (SPD) Sorgen bereiten. Denn Krischer ist sicherlich nicht nur für eine grüne Klientel wählbar.

Vor allem die SPD dürfte Krischers Aufstellung umtreiben. Daniela Jansen setzt auf die Stimmen in ihrer Heimat Aachen. Dort wird sie nun aber auf einen Schlag große Teile der bürgerlich verankerten Anti-Tihange-Bewegung verlieren, weil Krischer dort punkten wird. Das könnte für die SPD-Kandidatin in der Endabrechnung ein bitterer Verlust sein.