Niederzier: Kohlegegner: Hass-Parolen auf der Sophienhöhe

Niederzier : Kohlegegner: Hass-Parolen auf der Sophienhöhe

Braunkohlegegner haben in den vergangenen Tagen auf der Sophienhöhe ihr Unwesen getrieben. Sie haben mit roter und schwarzer Farbe Sprüche wie „Wald statt Kohle“, „RWE verrecke“, „Feuer den Baggern“ und „Widerstand im Baggerland“ an gleich mehrere Aussichtspunkte auf der rekultivierten Abraumhalde gesprüht.

„Meinungsfreiheit und friedlicher Protest sind hohe Güter“, betont Revierförster Günter Rosenland, der von Wanderern auf die Hass-Parolen, Schmierereien und Aufrufe zur Sabotage rund um den Römerturm, den sogenannten Steinkompass und den Lebensbaumkreis auf der Spitze der Sophienhöhe aufmerksam gemacht wurde. Dass dabei auch Rettungstafeln, die Wanderer im Notfall über wichtige Telefonnummer informieren sollen, so beschmiert wurden, dass sie nicht mehr ihren Zweck erfüllen, ist für Rosenland dabei besonders verwerflich.

 „Zerstört ihre Maschinen“ lautet einer der Botschaften in englischer Sprache, die Braunkohlegegner auf der Sophienhöhe hinterlassen haben. Drei Aussichtspunkte auf der Abraumhalde wurden verwüstet.
„Zerstört ihre Maschinen“ lautet einer der Botschaften in englischer Sprache, die Braunkohlegegner auf der Sophienhöhe hinterlassen haben. Drei Aussichtspunkte auf der Abraumhalde wurden verwüstet. Foto: Abels

„Solche Aktionen zeigen, dass den Chaoten in keiner Weise an einer sachgerechten Diskussion über das Thema Braunkohle gelegen ist“, betont Rosenland. „Die Vandalisten haben in kürzester Zeit verdreckt und verunstaltet, was über Jahre mit viel Aufwand und Engagement für Erholungssuchende erbaut wurde.“ Der Revierförster kann daher auch den Unmut vieler Wanderer nur zu gut verstehen.

„Gerade auf der Sophienhöhe hat sich durch jahrelange Rekultivierungsarbeit eine einzigartige, ausgewogene Natur entwickelt, die den Altwald ersetzt. Das rekultivierte ehemalige Tagebaugebiet ist heute ein wertvoller Lebensraum von Hunderten Tieren und Pflanzen, die teils als ausgestorben galten. Hass-Parolen gehören hier nicht hin.“

Tagebaubetreiber RWE Power hat als Eigentümer Anzeige erstattet, die Abteilung für Staatsschutz des Polizeipräsidiums Aachen hat die Ermittlungen übernommen. „Für einen konstruktiven, durchaus auch kritischen Dialog, sind wir immer offen. Bei den Schmierereien auf der Sophienhöhe handelt es sich um puren Vandalismus. Es geht dabei nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat“, erklärt RWE-Pressesprecherin Laura Hoeboer-Schneider auf Anfrage.

Ob ein direkter Zusammenhang zwischen den Schmierereien auf der Sophienhöhe und den weiter auf einem Feld nahe Morschenich campierenden Anti-Braunkohle-Aktivisten besteht, ist unklar. Die Kohlegegner haben nach eigenen Angaben seit Tagen an zwei Stellen Bäume an der Rodungskante, keine 100 Meter vom Grubenrand nahe Morschenich besetzt.

Im Vorfeld eines Ortstermins im Zusammenhang mit einem laufenden Gerichtsverfahren gegen einzelne Aktivisten nahm die Polizei gestern die Situation vor Ort in Augenschein. Über eine Räumung der besetzten Bäume ist noch nicht entschieden.