Nordkreis/Städteregion: Kliniken ziehen um: Zur Notaufnahme geht‘s nach Marienhöhe

Nordkreis/Städteregion : Kliniken ziehen um: Zur Notaufnahme geht‘s nach Marienhöhe

Wer aus gesundheitlichen Gründen die Notaufnahme des Medizinischen Zentrums (MZ) Würselen aufsuchen muss oder will, um zum Beispiel nach einem dort eingelieferten Angehörigen zu sehen, wird sich bald gehörig umstellen müssen.

Die mit der Notaufnahme verbundenen Einrichtungen werden mit einem großen Kraftaufwand und komplizierter Logistik ab Montag, 23. März, vom Standort Bardenberg binnen zwei, maximal drei Tagen nach Marienhöhe verlegt. Ab dem ersten Umzugstag müssen Rettungsdienste wie Hilfesuchende den Betriebsteil am Mauerfeldchen in Würselen ansteuern und nicht mehr den über viele Jahre in der Bevölkerung „gewohnten“ Gebäudekomplex am Dr.-Hans-Böckler-Platz in Bardenberg.

Diese Verschiebung und Konzen-tration der Notfallmedizin in neuen beziehungsweise modernisierten Räumen im Betriebsteil Marienhöhe ist Bestandteil des „Masterplans“ des MZ, das von der Städteregion und der Knappschaft Bahn-See getragen wird. Ziel ist, das Krankenhaus wettbewerbsfähig zu erhalten sowie die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten und noch zu verbessern, wie der Geschäftsführer des MZ, René A. Bostelaar, im Gespräch mit unserer Zeitung betonte. Dessen ungeachtet bleibt die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung am Standort Bardenberg erhalten, betont er.

Aber es werden binnen weniger Tage nicht nur die für den Laien ins Auge fallende „Notaufnahme“ des Krankenhauses verlegt, sondern auch die damit eng verknüpften Kliniken — und zwar die Neurologie unter Leitung von Prof. Dr. Christoph M. Kosinski und die Klinik für Innere Medizin unter Leitung von Prof. Dr. Norbert Busch. Das bedeutet, dass insgesamt 200 Betten nebst kompletter Infrastruktur und Gerätschaft umgesiedelt werden. Ein Projekt, in das Cheflogistiker Karl-Heinz Timmers mit seinem Team in Absprache mit den MZ-Bereichen fast eineinhalb Jahre Arbeit an Vorbereitung gesteckt hat.

Neben der Ausrüstung werden ebenso die Patienten der beiden Kliniken Anfang nächster Woche umziehen. „Jeder Patient bekommt ein Armbändchen, auf dem klar die Station und das Zimmer am Zielort notiert sind“, beschreibt Timmers das Vorgehen. Dann geht es in Krankentransportern Richtung Marienhöhe. Auch das persönliche Gepäck bis hin zum Rollator wird genau adressiert.

Um den Hilfesuchenden und Begleitpersonen, die die neue Notaufnahme oder die beiden verlegten Kliniken ansteuern, die Orientierung an Marienhöhe zu erleichtern — die Notaufnahme wird an zentraler Stelle in Blickachse zum Haupteingang eingerichtet — , werden Lotsen mit neongelben Westen eingesetzt, wie zum Beispiel Annalena Schümmer, die am MZ zur Medizinischen Fachangestellten ausgebildet wird. „Wir sind nicht nur im Eingangsbereich, sondern auch im Hause unterwegs“, sagt sie.

Zudem sitzen derzeit rund 50 Ärzte sowie gut 150 Mitarbeiter der Pflege und anderer Fachdienste auf gepackten Kisten und Kartons, um zu ihrem neuen Arbeitsplatz zu wechseln.

Geschäftsführer Bostelaar bittet Patienten, Besucher und Partner des Medizinischen Zentrums, aber mit Blick auf das erhöhte Verkehrsaufkommen auch Anwohner im Bereich Standort Marienhöhe um Verständnis für die Maßnahme, die unterm Strich die Qualität der medizinischen Versorgung weiter verbessern soll. „Das ist auch eine große Herausforderung für die Belegschaft. Teams werden neu zusammengesetzt. Das gewohnte Arbeitsumfeld wird aufgegeben, man muss sich erst am neuen Standort zurechtfinden“, sagt er.

Kaum zu glauben, dass am Montag alles bezugsfertig sein wird. Noch sind Handwerker allenthalben im Einsatz, werden Möbel gerückt und Einrichtungskomponenten fest verbaut. Aber bei vielem fehlt nur noch der letzte Schliff. Andere Bereiche warten bereits (fast vollständig) fertig auf „Kunden“.

Die Notfallpatienten werden zum Beispiel am Standort Marienhöhe bei Bedarf auf einer nach modernsten Gesichtspunkten ausgestatteten Intensivstation versorgt. Auf das zur Betreuung wichtige elektronische Patientendatenmanagement sind die Verantwortlichen des MZ besonders stolz.

Geschäftsführer Bostelaar stellt klar: „Wir geben aber damit keinesfalls Bardenberg als Krankenhausstandort auf!“ Er verweist zum Beispiel auf die dort vor wenigen Monaten eingerichtete Klinik für Lungenheilkunde, die stark nachgefragt wird.