Waldfeucht-Braunsrath: Klimmzüge für instrumentale Olympioniken

Waldfeucht-Braunsrath : Klimmzüge für instrumentale Olympioniken

Mit einem Paukenschlag eröffnet die hiesige Blasmusik die neue Saison. Das Euregiokonzert war voller Superlativen.

Drei Vereine vertraten die Besten der Besten aus drei Ländern. Das Musikcorps Braunsrath hatte die Koninklijke Fanfare De Werkmanszonen von Zichen-Zussen-Bolder (Belgien) sowie die Koninklijke erkende Fanfare St. Cecilia Bocholz (Niederlande) zu Gast.

Was drauf stand, war auch drin: königlich-erhabene Musik. Die drei Vereine hatten sich bei einem gemeinsamen Konzert in Kerkrade kennengelernt und angestachelt, weiter freundschaftlich, aber auch leistungsmäßig miteinander „in den Clinch” zu gehen.

Jeder mochte selbst entscheiden, wem er die Höchstpunktzahl gab. Dem belgischen Verein wurden die größten Chancen eingeräumt. Bereits seit 1993 gewinnt er in Kerkrade beim Weltconcours die ersten Preise. Mit anderen Worten: Die Belgier sind mehrfache Weltmeister der ersten und zweiten Kategorie.

Slimline ist nicht nur ein Begriff aus der Gesundheitsvorsorge. Verschlankung ist auch mehr und mehr in der Blasmusik gefragt, die sich von der dicken Behäbigkeit befreit. Wer dem agilen, erst 27-jährigen Dirigenten zugesehen hat, weiß um die Erfolgsgeheimnisse dieser Kapelle.

Mochte vielleicht auch das Programm nicht jedermanns Sache sein. Eine Meisterformation gibt sich nicht mit Zweitklassigem ab. Vielmehr sucht sie höchste Herausforderungen. Darunter auch Johan de Mej mit der aus dem Jahr 1990 stammenden, inzwischen auch für Streichorchester bearbeiteten Komposition „Pentagram”.

Die Zahl Fünf spielte im Programm eine dominierende Rolle. Tijtreis (Zeitreise) von Micha Hamel war von keinem Geringeren als György Ligeti inspiriert. Es folgten weitere solcher Klimmzüge und Sahnestücke aus dem Bereich der elitären reinen und originären Blasmusik, die an sich nur was für Liebhaber und Wettspiele ist.