Erkelenz: Klettern in Schwindel erregender Höhe

Erkelenz : Klettern in Schwindel erregender Höhe

Klettern im flachen Erkelenzer Land? „Ja, wo geht denn so was?”, mag sich vielleicht mancher Skeptiker fragen.

Allen Zweifeln zum Trotz bietet sich angehenden „Alpinisten” gewissermaßen direkt vor der eigenen Haustüre die Gelegenheit, auf ihre - zugegeben etwas Schwindel erregenden - Kosten kommen.

Nicht nur anlässlich des Weltkindertages lockte das Katholische Jugendzentrum am Freitag mit dem Angebot „Kraxeln an der Kletterwand”.

Besagte sechs Meter hohe und drei Meter breite Wand befindet sich schon seit über drei Jahren an ihrem Stammplatz, einer Außenmauer des Jugendzentrums. Zwar können Kinder und Jugendliche mit ehrgeizigen Bergsteigerambitionen hier nicht allzu hoch hinaus, aber zumindest grundlegende Fähigkeiten lassen sich durchaus erwerben.

„Beim Anblick des Katho hatte ich ziemlich schnell die Idee: Hier könnte man doch eine Kletterwand hinbauen”, erinnert sich Klaus Nölle an die Geschehnisse vor sechs Jahren. 1996 nämlich, bei der Verabschiedung seiner Vorgängerin, kam dem Jugendheimleiter dieser Geistesblitz.

Ihm habe halt etwas anderes vorgeschwebt als die üblichen Dinge wie Töpfern, Häkeln oder Basteln, wirft Nölle scherzhaft ein. Nun sei die Kletterwand schon einige Jahre da, aber weiterhin bekannt gemacht müsse sie schon noch werden.

Klettern nicht ganz ungefährlich

Ohne Sicherungshaken geht selbstverständlich gar nichts. Schließlich kann auch ein Sturz aus nur sechs Metern Höhe schlimme Verletzungen hervorrufen. Platz genug gibt es für zwei parallele Besteigungen. Nur über die jeweiligen Routen müssen sich die Klettermaxen einig werden. Anhand von farbigen Griff-Flächen ist eine Orientierung nicht weiter problematisch. Ein Mitarbeiter der Kletterhalle in Aachen habe die verschiedenen Routen damals abgesteckt, berichtet Nölle. Das sei schließlich nicht gerade eine Arbeit für Laien.

In Sachen Absicherung werden die Gruppenleiter vorher in die alpine Materie eingewiesen. Niemand der Kinder, so Nölle, dürfe einfach mal so an der Wand herumklettern. Denn in solch einem Falle winkt sofort die rote Karte.

Die Kletterwand stellt nicht das einzige Projekt dar, das die Katho-Besucher in den vergangenen Jahren ins Leben riefen. Ein Internet-Café mit acht netzwerkfähigen Computern inklusive einer beträchtlichen Auswahl an Spielen wurde zum Beispiel eingerichtet.

Außerdem erprobten die Jugendlichen den Bau eines Kanus mittels Kunstharz und Glasfasermatten. „Irgendwann haben die dann festgestellt, dass die ganze Sache doch etwas mit Arbeit zu tun hat”, stellt der Jugendheimleiter etwas ernüchtert fest. Man müsse gerechterweise aber auch dazu sagen: „Das Hantieren mit diesen Materialien ist sehr unangenehm.” Mittlerweile liegt das Projekt auf Eis, der geplante Härtetest auf der Lahn mit den eigenen Booten muss noch warten.

Was zukünftige Konzepte und deren Realisierung angeht, versichert Nölle: „Hier muss irgendjemand eine Idee haben - entweder die Jugendlichen oder ich!”