Kreis Heinsberg: „Kleine Kräuterkunde“ kommt sehr gut an bei den Senioren

Kreis Heinsberg : „Kleine Kräuterkunde“ kommt sehr gut an bei den Senioren

Inklusion, in der UN-Behindertenrechtskonvention 2008 als Menschenrecht für Menschen mit Behinderungen erklärt, hat sich längst zu einem „Generationen-Thema“ entwickelt. Inklusion soll allen Menschen ermöglichen, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Für die Nabu-Naturschutzstation Haus Wildenrath in Wegberg hat das Thema „Inklusion“ — speziell von älteren Menschen — eine hohe Bedeutung. Im Rahmen ­eines vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) geförderten Projekts bietet die Naturschutzstation besondere Umweltbildungsangebote an für ältere Menschen, für die sonst eine Teilhabe nicht möglich ist. Mitarbeiterinnen aus dem Bereich der Umweltbildung besuchen Seniorenheime, um den Bewohnern die Natur „ins Haus zu bringen“.

Großes Interesse findet zum Beispiel die Veranstaltung „Kleine Kräuterkunde“, bei der Küchenkräuter vorgestellt und verkostet werden. Dabei steht gar nicht so sehr die Vermittlung von Wissen im Vordergrund, sondern vielmehr geht es darum, Gesprächsansätze zu schaffen und Erinnerungen zu wecken. „Wenn die Senioren dann in Erinnerungen schwelgen und sogar alte Kochrezepte weitergeben, dann haben wir genau das erreicht, was wir wollten“, erklärte Diplom-Biologin ­Helene Kyrieleis, die das Projekt seit zwei Jahren für die Nabu-­Naturschutzstation Haus Wildenrath betreut.

Doch auch für andere Themen können sich die Senioren begeistern. So werden — abhängig von der Jahreszeit — neben der Kräuterkunde auch Pflanzensymbolik, Vogelstimmen und Herbstblätter sowie eine Gewürzreise in den Seniorenheimen sehr gut angenommen.

Darüber hinaus ist es für kleine Gruppen auch möglich, Ausflüge ins Naturerlebnisgelände am zum Haus Wildenrath zu unternehmen. Schattige Sitzplätze und barrierefreie Wege laden dort ein, Wiesenblumen oder sogar Tiere im Teich kennenzulernen. Die Veranstaltungen dauern ungefähr eine Stunde und werden in enger Absprache mit den Senioreneinrichtungen gestaltet.

„Jede Veranstaltung ist ein bisschen anders und passt sich den Bedürfnissen an, denn auch die Wohngruppen sind alle unterschiedlich“, so Helene Kyrieleis. „Wenn ich zum Beispiel weiß, dass ein Teilnehmender früher einen großen Garten hatte, kann ich darauf eingehen und daran anknüpfen.“

Auf Wunsch können die Themen auch so gestaltet werden, dass eine gemeinsame Veranstaltung mit Kita-Kindern möglich ist, um somit bestehende Kooperationen auf besondere Art zu beleben.