Hückelhoven: Kleine Hilfe zeigt in Brasilien große Wirkung

Hückelhoven : Kleine Hilfe zeigt in Brasilien große Wirkung

Maria Oberhofer aus Brasilien, eine Mitarbeiterin des „Irpaa” (Instituto Regional da Pequena Agropecuària Apropriasa), war für zwölf Tage zu Besuch beim Eine-Welt-Laden Hückelhoven.

Irpaa, das Institut für kleinbäuerliche Landwirtschaft und Tierhalter mit dem Sitz in Juazeiro, dem Herzen der halbtrockenen Region Brasiliens, ist seit Jahren einer der Partner vom Eine-Welt-Laden.

Oberhofer meldete dem Verein, dass ein Projekt, das mit Mitteln des Vereins realisiert worden ist, ein voller Erfolg geworden ist und wesentlich mehr erreichte, als man es sich bei der Planung vorgestellt hatte.

Das Projekt beinhaltet das Anlegen von fünf pädagogischen Gemüsegärten an öffentlichen Schulen auf dem Land. Vorraussetzung für diese Gärten ist das Vorhandensein von Wasser; Brachwasser steht leider nur an den Schulen zur Verfügung, die entweder am Fluss S?o Francisco oder an einem der Bewässerungskanäle der Agroindustrie liegen, aus denen das Wasser entnommen werden darf; dies ist nicht selbstverständlich.

Das Projekt hat das Ziel des realitätsnahen und praxisorientierten Schulunterrichtes, bei dem die Schüler aktiv teilnehmen und Möglichkeiten haben, in Gemeinschaft zu arbeiten. Irpaa geht von dem Standpunkt aus, dass das Thema der nachhaltigen und angepassten Entwicklung (Konviventia) für das semi-aride (halbtrockene) Gebiet Brasiliens als pädagogische Grundlage den Schüler der Grund- und Hauptschulen nähergebracht werden muss.

Außerdem soll dazu beigetragen werden, den organischen Gemüsebau auf kleinflächigen Bewässerungsflächen zu verbreiten und das Verbraucherverhalten hinsichtlich gesunder und pflanzenschutzmittelfreier Ernährung anzuregen. An diesem Projekt nehmen etwa 130 Lehrkräfte, 2588 Schüler und 75 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern teil. Jeder Gemüsegarten hat eine Fläche von zirka 100 Quadratmetern, und es wird eine sehr einfache Art der Bewässerung vorgenommen.

In den Gärten werden zehn verschiedene Arten von Gemüse und Salat angepflanzt, die für die Schulspeisung verwendet werden. Verwendet wird nur organischer Dünger. Ein Gemüsegarten dient als pädagogisches Instrument, das eine dynamische Art des Unterrichtes möglich macht, weil Theorie und Praxis ineinander übergehen. Seit dem Anlegen der pädagogischen Gemüsegärten werden die Unterrichtsstunden lebendiger, die Schüler sind begeistert, vor allem auch, weil sie direkt mit einbezogen sind.

Dadurch lernen sie auch die Sorge um die Umwelt kennen. Auch die Notwendigkeit des Genusses von gesunder und abwechslungsreicherer Mahlzeiten wird vermittelt, denn bei vielen Familien bestehen die einseitigen Hauptmahlzeiten nur aus Bohnen, Reis, Maniokmehl und eventuell einem Stück Fleisch. Der Eine Welt-Laden Verein, konnte dieses Projekt aufgrund einer Einzelspende finanzieren. Es ist ein Projekt, wie es sich die Mitglieder wünschen - Hilfe zur Selbsthilfe.