Wegberg: Klare Stimmen und flotte Rhythmen begeistern

Wegberg : Klare Stimmen und flotte Rhythmen begeistern

Eine der älteren, hierzulande weniger etablierten Musikrichtungen am Leben zu erhalten, dies hat sich der Erkelenzer Gospelchor rejoiSing seit seiner Gründung 1992 zur Aufgabe gemacht.

Wie die jüngst aufgenommene, zweite CD der Gruppe, „Celebrate good times”, beweist, funktioniert dieses Konzept aus traditioneller Gospelmusik, vorgetragen von jungen Sängerinnen und Sängern, erstaunlich gut. Davon konnten sich die Besucher der Evangelischen Kirche in Wegberg überzeugen, in der „rejoiSing” das erste Konzert nach der Sommerpause gab. Eingerostet waren die im Laufe des Abends deutlich geforderten Stimmbänder der rund 30 Interpreten trotz einer zweimonatigen Auftrittsabstinenz jedoch keineswegs. Vielmehr lud der Chor die vielen Zuhörer gleich zum Auftakt mit dem Lied „The Adventure” auf eine einzigartige Selbstfindungsreise und ein abwechslungsreiches, musikalisches Abenteuer fernab der gängigen, abgedroschenen Popsongs ein.

Das im ersten Teil des Programms vorgetragene Bekenntnis „I cannot stop praising the Lord” wurde ziemlich schnell zum Motto des Abends und inspirierte die Anwesenden zu einer aktiven Teilnahme am Lobgesang der Gäste aus Erkelenz. Die Möglichkeit zum Mitsingen und Mitklatschen ist bei „rejoiSing” nämlich mittlerweile während eines jeden Auftritts inbegriffen.

Spätestens mit dem Titel „Never alone” waren alle Anwesenden zu einer großen Gemeinschaft geworden, die, getragen von der Rhythmik und dem Schwung der einzelnen Gospel, eine ganz neue Form der Kommunikation gefunden hatte.

Damit erinnerte die Atmosphäre in der Friedenskirche zeitweise eher an die ansteckende Heiterkeit eines amerikanischen Gottesdienstes, wofür „rejoiSing” allerdings nicht zuletzt selbst sorgten.

Durch ihren spürbaren Enthusiasmus und ihre tonübergreifende Perfektion, die von der höchsten bis zur tiefsten gesungenen Note hörbar war, meisterte die Gruppe die vielfältigen Anforderungen, die die unterschiedlichen Gospelmelodien mit sich brachten, mit Bravour.

Neben den rhythmischen, energiegeladenen Darbietungen wurde die gesangstechnische Harmonie der Interpreten jedoch vor allem bei den eingängigeren Stücken wie dem ruhigen „We give thanks” oder dem hoffnungsvollen „My life is in your hands” deutlich.

Gekrönt durch zahlreiche Soloeinlagen einzelner Chormitglieder bewies „rejoiSing”unter der Leitung von Martin Fauck eine unüberhörbare Ausdrucksstärke und eine Fähigkeit zur schnellen Oktavenvariation, die wohl bei kaum einer Art des Chorgesangs mehr gefordert ist als beim Gospel.

Mit dem Titel „High and mighty”, dem Ellen Nierhaus in der Sopranstimme die besondere Note verlieh, ließen sich daher auch die weiteren, stimmungsvollen Einzeldarbietungen, in deren Genuss die Anwesenden im Verlauf des Abends noch mehrmals kamen, kaum treffender beschreiben.

Besonderen Applaus erntete jedoch eine doppelte Soloeinlage: Nina Böhme mit ihrer glasklaren Stimme und Timo Merki als männlicher Gegenpart konnten mit ihrem gefühlvoll vorgetragenen Duett „The new Millenium” letztendlich alle davon überzeugen, dass „rejoiSing” ein besonderer Chor aus der Region ist. Die lautstarke Forderung nach Zugaben überraschte am Ende des rund zweistündigen Konzerts jedenfalls keinen mehr.