Wassenberg-Steinkirchen: Kindergarten Steinkirchen: Vom Ruß befreit, mit neuem Leben gefüllt

Wassenberg-Steinkirchen : Kindergarten Steinkirchen: Vom Ruß befreit, mit neuem Leben gefüllt

Mit Rasseln und Pfeifen waren die 80 Kinder des städtischen Kindergarten Steinkirchen durch die Straßen Effeld gezogen, demonstrierten damit: Wir sind jetzt wieder weg - danke, dass wir im Vereinsheim eine Übergangsbleibe bekommen konnten!

Nach einem halben Jahr sind die Renovierungsarbeiten in ihrem Kindergarten in Steinkirchen abgeschlossen, einen Monat früher als erwartet.

Für die Kinder geht damit ein Abenteuer zu Ende. „Sie haben sich auch in Effeld wohl gefühlt, aber als es wärmer wurde, haben sie schon ihren Außenbereich vermisst”, erzählt die Leiterin Annette Wertz nach dem Umzug. Für sie ist eine anstrengende Phase, in der sie nicht nur aus dem Ausweichquartier das Maximum rausholen, sondern parallel auch in Steinkirchen fast das komplette Erdgeschoss neu einrichten musste, abgeschlossen.

Der alte Kindergarten in Effeld, der seit dem Neubau in Steinkirchen 2007 von Vereinen und als Jugendheim genutzt wird, steht diesen nun wieder komplett zur Verfügung. Genauso selbstverständlich, wie sie den Kindern die Räume überlassen hatten - samt Theken, Pokalen und Fahnen -, halfen die Mitglieder den Kindern auch beim Rückumzug.

Die ortsansässigen Handwerksbetriebe arbeiteten, koordiniert von der Firma Allsan aus Stolberg, auf Hochtouren, die Stadt Wassenberg regelte die Formalitäten mit dem Versicherungsgeber, der GVV, die alles übernahm. 210.000 Euro fürs Gebäude, rund 115.000 Euro für die Reinigung und das neue Inventar sowie 15.000 Euro für die Anpassung des Ausweichquartiers in Effeld fielen an. Also deutlich mehr als die zu Beginn kalkulierten 250.000 Euro Schaden, die durch den Brand am 23. Dezember entstanden.

Nicht alles ist in dem modernen Bau an der Martinusstraße genau wie vorher: Im Erdgeschoss waren vorher alle Wände weiß, jetzt mischt sich Rot ins Bild. Zum Beispiel dort, wo der Adventskranz hing, der durch einen Funken in Flammen aufging, ist ein breiter roter Streifen an der Wand - wie ein Mahnmal. Böden, Decken, bewegliche Wände, Möbel - alles wurde erneuert. Der Brandgeruch ist verschwunden, jetzt riecht es nach Hackfleischsoße, die in der Küche zubereitet wird. Dort mussten zwei Kühlschränke ersetzt werden, die Edelstahlflächen konnten dagegen gereinigt werden.

Im Ruheraum stehen neue Bettchen, statt Rollos innen gibt es jetzt Außenrollladen, die, wie Wassenbergs Gebäudemanager Manfred Sieg sagte, genauso teuer waren wie die alten.

Vorkehrungen

Sieg berichtete auch, dass die Alarmanlage und der Brandmelder inzwischen direkt bei einer Überwachungsfirma aufgeschaltet sind. Beim Brand ging der Alarm nur kurz an, dann war die Elektrik durchgeschmort und die Polizei, die vor Ort nachschaute, konnte von außen nichts feststellen. Das soll nicht noch einmal passieren. Offenes Feuer ist inzwischen eh in öffentlichen Gebäuden der Stadt Wassenberg verboten.

Das einzige, was bei der Ausstattung im Kindergarten nun noch fehlt, ist ein Deckenkreuz im Bewegungsraum. Das liegt frisch geliefert noch verpackt in der Ecke. An ihm können Haken, Schlaufen oder Schaukeln befestigt werden.

Was nicht ersetzt oder zurückgebracht werden kann, sind die vielen Erinnerungen, die dem Brand zum Opfer fielen: viele Bastelarbeiten der Kinder oder Mappen von Erzieherinnen, die zum Teil Material von Jahrzehnten enthielten, aus Zeiten, als es noch zwei Kindergärten gab: in Ophoven und in Effeld.

Manches muss aber auch gar nicht zurückkehren, findet Annette Wertz. In ihrem Interimsbüro in Effeld hing der Spruch „Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)” Den habe sie manchmal wirklich gebraucht, hatte sie noch im Februar gesagt. Der bleibt nun in Effeld. Die Kindergartenleiterin braucht ihn nicht mehr. Stattdessen hat sie sich einen neuen Spruch ausgesucht. Der geht so: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen. (Goethe)”.