Kreis Heinsberg: Keine eigene Fachhochschule im Kreis Heinsberg

Kreis Heinsberg : Keine eigene Fachhochschule im Kreis Heinsberg

Die Ankündigung der Landesregierung, die Fachhochschullandschaft in Nordrhein-Westfalen stärken zu wollen, habe hohe Wellen geschlagen, sagte Landrat Stephan Pusch bei der WFG-Veranstaltung in Übach-Palenberg.

Das Land wolle drei neue Fachhochschulen errichten und weitere fünf Fachhochschulen in die Lage versetzen, ihr Angebot an Studienplätzen erheblich auszuweiten. Dabei stünden Ingenieurwissenschaften im Vordergrund. Ausdrücklich angestrebt sei eine duale Ausbildung, das heißt eine Fachhochschulausbildung, die sich berufs- oder ausbildungsbegleitend in Unternehmen und an der FH vollziehe und sehr praxisorientiert erfolge.

Viele Kommunen hätten angekündigt, sich um eine der drei neuen Fachhochschulen bewerben zu wollen. In vielen Fällen bewirbt man sich nach Einschätzung von Pusch ohne die geringste Aussicht auf Erfolg. „Selbstverständlich haben auch wir im Kreis Heinsberg eine Bewerbung um eine der Fachhochschulen sehr ernsthaft in Erwägung gezogen”, erklärte der Landrat.

„Wir haben das im Kreistag ausgiebig diskutiert. Wir haben die Kriterien für den Wettbewerb auf den Kreis Heinsberg angewendet und geprüft sowie unverzüglich das Gespräch mit den benachbarten Fachhochschulen Aachen und Niederrhein gesucht. Gemeinsam mit den Fachhochschulen, den kreisansässigen Städten und Gemeinden und unserer Wirtschaftsförderungsgesellschaft haben wir ausführlich besprochen, wie sich der Kreis Heinsberg in dieser Frage am günstigsten positioniert.”

Alle Überlegungen in diesem Zusammenhang müssten sich am aktuellen und künftigen Bedarf der regionalen Wirtschaft orientieren. Nur wo dieser in einer Größenordnung von nachhaltig 2500 Studierenden belegt werde, mache nach den Vorgaben des Landes ein neuer Fachhochschulstandort Sinn. Pusch: „Diesen Anspruch kann der Kreis Heinsberg sicher nicht erheben.”

Sinn mache es aber dennoch, den aktuellen und künftigen Bedarf der regionalen Wirtschaft zu ermitteln, leiste doch die ausbildungs- oder berufsbegleitende Duale Fachhochschulausbildung einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung. Sie versetze Unternehmen in die Lage, qualifiziertes Personal für den eigenen Bedarf zu entwickeln und frühzeitig an sich zu binden!

Pusch: „Zum anderen sind wir durchaus zuversichtlich, dass bei nachgewiesenem nachhaltigem Bedarf und einer entsprechenden Selbstverpflichtung der Unternehmen im Kreis Heinsberg hier im günstigsten Fall auch akademische Strukturen entstehen können, wie zum Beispiel An-Institute, denn der Landeswettbewerb verfolgt ja auch das Ziel, bestehende Fachhochschulen auszubauen und die räumlichen Studienbedingungen zu verbessern.” Vor diesem Hintergrund sei eine enge Zusammenarbeit mit FH Aachen (mit Außenstelle in Jülich) und Hochschule Niederrhein in Krefeld und Mönchengladbach wichtig.