Wegberg: Kein Spielzeug, sondern eine Notwendigkeit

Wegberg : Kein Spielzeug, sondern eine Notwendigkeit

Ganz genau 495 547 Euro hat sie gekostet, bietet dafür aber auch so einiges: 280 Pferdestärken verteilen sich auf ein Gewicht von 15 Tonnen, 1600 Liter Löschwasser pro Minute sind im Ernstfall verfügbar, eine computerunterstützte Steuereinheit erleichtert die Handhabung.

Und das Wichtigste an der neuen Drehleiter DLK 23-12 ist ohne Frage der vierteilige Leitersatz mit einer Länge von 32 Metern - Meter, die Leben retten können.

Am Samstag wurde das Fahrzeug an den Löschzug I übergeben. Seinen Platz in der Feuerwache an der Venloer Straße hat es bereits gefunden.

DLK ist die Abkürzung von Drehleiter und Korb, die 23 steht für die maximale senkrechte Rettungshöhe in Metern und die 12 für die größtmögliche Seitenneigung. Vorzüge, die Bürgermeisterin Hedwig Klein selbstverständlich zu schätzen weiß.

Doch ihr Herz hängt immer noch am 28 Jahre alten Vorgängermodell, zu dem sie eigenen Angaben zufolge eine „persönliche Beziehung” pflegt, seit sie vor einiger Zeit selbst einmal im Korb Platz nehmen durfte.

„Ich hoffe, dass die neue Drehleiter die Sicherheit der Bürger unserer Stadt erhöht und auch, dass sie nicht oft zum Einsatzes kommen muss.”

Gerade in Zeiten knapper Kassen sei es nicht selbstverständlich für eine Kommune, in ein Fahrzeug „solcher Qualität, solcher technischen Güte und vor allem solchen Preises” zu investieren.

Wehrleiter Franz Josef-Lehnen bekräftigte: „Wir sind gesetzlich verpflichtet, dieses Gerät zu führen, weil mehrere Hochhäuser im Stadtgebiet vorhanden sind.” Es stelle nicht im Mindesten ein „Spielzeug” der Feuerwehr dar, sondern sei schlichtweg eine Notwendigkeit.

Die reguläre Besatzung des bei der Firma Metz in Karlsruhe gebauten Einsatzfahrzeuges besteht aus drei Personen. Insgesamt 15 Feuerwehrleute des Löschzuges I haben in einem Lehrgang zur Führung der Drehleiter erworben.

„Wenn nur ein Mensch gerettet wird, dann hat sich die Investition gelohnt”, lenkte Kreisbrandmeister Karl-Heinz Prömper den Blick auf das Wesentliche der Brandbekämpfung. Die Stadt habe die Zeichen der Zeit erkannt und rechtzeitig Mittel in die Feuer-Vorsorge fließen lassen.

Nach Meinung der Bürgermeisterin sieht der Schlüssel des mächtigen Gefährtes recht unspektakulär aus. Das sei aber nicht weiter schlimm. Denn: „Er passt”, so Klein bei der Übergabe der Schlüssel an Zugführer Walter Kannen.

Zuvor hatte Pater Laetantius die Drehleiter gesegnet. Die Klänge das Tamborincorps Dalheim-Harbeck untermalten regelmäßig die Zeremonie.

Trotz derzeit umfangreicher Umbauarbeiten an der Feuerwache war es den Mitgliedern des Löschzuges gelungen, eine gastliche Atmosphäre zu schaffen.