Kein gutes Wasser zum Billig-Tarif

Kein gutes Wasser zum Billig-Tarif

Mönchengladbach (an-o) - "Die Niers ist schön, das Wasser ist sauber, aber bis zur Möglichkeit dieser Aussage waren erhebliche und langfristige Anstrengungen erforderlich", konstatierte der Viersener Kreisdirektor Dirk Frentzen in seinem Grußwort. Der Niersverband feierte gestern sein 75-Jähriges.

Auch zahlreiche andere Gäste zollten dem Verband in der Festveranstaltung zum Jubiläum ihre Hochachtung. Natürlich gab es auch kleine Seitenhiebe in den Grußworten. So hieß es: "Der Niersverband ist uns lieb, aber auch teuer." Allerdings mit der sofortigen Ergänzung, dass Qualität nicht zu Discountpreisen zu haben ist. Der Düsseldorfer Regierungspräsident Jürgen Büssow vermied es in seiner Ansprache allerdings tunlichst, den Ursprung der Niers genau zu nennen. Für ihn entspringt sie südlich von Mönchengladbach.

Quelle bei Kuckum

Dabei konstatierten die beiden Vertreter der Stadt Erkelenz unter den Gästen, der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg und Tiefbauamtsleiter Oliver Knaup, dass es ohne Erkelenz den Fluss gar nicht gäbe. Er entspringt nämlich bei Kuckum im Erkelenzer Stadtgebiet. Gerd Jacobs vom Kreis Kleve meinte anerkennend: "Die Niers ist mehr als ein kleines Flüsschen am Niederrhein."

Der Vorsitzende des Verbandsrates, Rolf Dieter Grosse, erwähnte die Niersquellen ausdrücklich, als er die Vertreter von Rheinbraun ansprach und sie bat, immer daran zu denken, dass ihnen auf der einen Seite zwar das Quellgebiet der Niers zum Opfer gefallen sei, auf der anderen Seite aber gemeinsam zu arbeiten sein werde, um das Opfer verträglich zu gestalten. Und, so fügte er an, das gelte selbstverständlich mit oder ohne Garzweiler II.

Gewässer hat langes Gedächtnis

Die Mönchengladbacher Oberbürgermeisterin Monika Bartsch lobte, dass der Fluss wieder eine Güteklasse erreicht hat, in der auch Fische leben können. In Vertretung von Ministerin Bärbel Höhn, die sich in Johannesburg auf dem Weltgipfel befindet, zeigte Staatssekretär Thomas Griese Herausforderungen für die Zukunft auf. Die Gewässerqualität müsse weiter verbessert werden, weil Wasser das wichtigste Lebensmittel sei, war eine der Forderungen. Er mahnte, dass Gewässer ein langes Gedächtnis haben und deshalb Schadstoffe gar nicht erst eingeleitet werden dürften, weil die Belastungen auch noch nach vielen Jahren spürbar seien. Auch die Auenprogramme würden erheblich zum Hochwasserschutz beitragen.

Vorstand Professor Armin Melsa zeigte in seiner Ansprache noch einmal die Entstehung des Verbandes auf und versprach, auch künftig die wichtigen Aufgaben mit Kraft anzugehen.