Niederzier: Kartbahn: Umsiedlungsplan verschiebt sich

Niederzier : Kartbahn: Umsiedlungsplan verschiebt sich

Die geplante Umsiedlung der Schumacher-Kartbahn aus Kerpen-Manheim an den nördlichen Rand der Sophienhöhe auf Niederzier Gebiet gerät ins Stocken. Zumindest muss Tagebaubetreiber RWE Power den Zeitplan erheblich korrigieren.

Im Januar hatte Marcel Martin aus der RWE-Liegenschaftsabteilung bei einer ersten Vorstellung der Pläne im Rat der Gemeinde Niederzier angedeutet, den Beginn des Bauplanverfahrens noch vor den Sommerferien beantragen zu wollen.

Allerdings war er nach eigener Aussage zu diesem Zeitpunkt nach ersten Abstimmungsgesprächen mit der Kölner Bezirkregierung noch davon ausgegangen, dass „nur“ der Flächennutzungsplan der Gemeinde Niederzier geändert werden müsse. Eine Änderung des überörtlichen Regionalplans für das Projekt auf einem rund 18,5 Hektar großen Areal an der Grenze zu Titz und Elsdorf direkt neben der Motocross-Strecke des MSC Arnoldsweiler sei nicht erforderlich sei.

Das sieht die Kölner Behörde mittlerweile anders. Eine Sprecherin bezeichnete die Kartbahn-Umsiedlung auf Anfrage als „raumbedeutsames Vorhaben“, das eine Änderung des Regionalplans und damit eine Einschaltung des Regionalrats zwingend erforderlich mache. Damit muss nicht nur ein Umweltbericht erstellt werden.

RWE Power muss auch belegen, dass der Standort an der Sophienhöhe den geringsten Eingriff in Natur und Landschaft darstellt, vor allem aber, dass er tatsächlich alternativlos ist. Auf Kerpener Gebiet hatte der Energiekonzern nach eigenen Angaben keinen geeigneten Platz gefunden, weil die Gegend zu dicht besiedelt sei. Im Niederzierer Rat hatte Marcel Martin daher betont: „Wir haben keinen Plan B.“

Eine Änderung des Regionalplans ist zeitaufwendig und dauert mit Öffentlichkeitsbeteiligung nicht selten anderthalb Jahre oder länger. Ein RWE-Sprecher erklärte am Dienstag, dass man davon ausgehe, dass das Verfahren in der zweiten Jahreshälfte eingeleitet wird.

Der Tagebau Hambach wird den Erftlandring zwar erst 2021 erreichen, ein reibungsloser Betrieb aber ist wohl schon 2018 nicht mehr möglich. Und weil damit die Zeit drängt, will Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser, der der Umsiedlung an die Sophienhöhe als „Mosaikstein einer nachhaltigen Entwicklung der Tagebaunachfolgelandschaft“ positiv gegenübersteht, mit der auch noch erforderlichen Änderung des Flächennutzungsplans nicht warten, bis der Regionalrat entschieden hat. Er überlegt, das kommunale Verfahren, das noch einmal mindestens sechs bis acht Monate dauern würde, nun parallel anzugehen, „natürlich unter dem Vorbehalt, dass der Regionalplan geändert wird“.

Derweil wird der Protest gegen die Umsiedlungspläne in Rödingen immer lauter. Anwohnerin Michaela Schuh hat am Wochenende eine Online-Petition gestartet, in der der NRW-Umweltminister, der Regionalrat, die Bürgermeister von Niederzier, Elsdorf und Titz sowie der Landrat des Kreises Düren aufgefordert werden, die Sophienhöhe als Schutzraum für die Natur zu erhalten und den Kartbahn-Plänen eine Absage zu erteilen.

(ja)