Erkelenz-Matzerath: Kapellengemeinde weiht Marienglocke ein

Erkelenz-Matzerath : Kapellengemeinde weiht Marienglocke ein

„Eine Glockenweihe ist etwas ganz Besonderes, dass kommt nicht sehr häufig vor”, freute sich Pastor Dieter Plewnia bei der Weihe der neuen Marienglocke für den Glockenturm in Matzerath.

Er hatte mit seiner Äußerung nicht Unrecht, ist es doch immerhin schon fast 60 Jahre her, dass in der Matzerather Kapellengemeinde St. Josef wieder eine Glocke geweiht werden konnte. Ein Ereignis, an dem sehr viele Bürger, nicht nur aus Matzerath, teilnahmen.

„Die Josefsglocke im Turm der Kapelle hatte rund 60 Jahre alleine die Aufgabe, die Menschen zum Gottesdienst zu rufen. Damals waren Glocken auch dazu da, den Menschen die Zeit zu sagen, also, welche Stunde geschlagen hat”, begann Pastor Plewnia die Glockenweihe.

In der heutigen Zeit hätten es die Glocken jedoch schwer, gegen den Lärm der Welt anzukommen, betonte der Pastor und nannte das WDR-Herbstfest auf dem Erkelenzer Markt als Beispiel. Die Musik aus den Lautsprechern und Verstärkern sei so laut gewesen, dass die Glocken nicht mehr zu hören gewesen seien, und das, obwohl die Glocken doch auch die Stimme Gottes sein sollen.

Mit Weihwasser, Weihrauch und Chrisam weihte Plewnia schließlich die Glocke, ehe er sie erstmals mit sechs Hammerschlägen von Pfarrer Plewnia, Kaplan Ansgar Falk und Pastor Hermann-Josef Kaiser zum Klingen gebracht wurden.

In einem kleinen Festzug, angeführt vom Tambourkorps Golkrath, wurde die Marienglocke im Anschluss daran feierlich von der Freiwilligen Feuerwehr Matzerath und der St.-Josef-Schützenbruderschaft durchs Dorf getragen.

Die Marienglocke sei die vierte Weihe in den vergangenen zehn Jahren gewesen, meinte Franz Holländer, Vorsitzender des Kapellenvereins, im Jugendheim. Denn neben der Marienglocke seien auch die Standarte der Kevelaer-Radwallfahrer, die Kirchenorgel und der Altar geweiht worden.

Vor etwa einem Jahr hatte sich der Vorstand dafür ausgesprochen, eine neue Marienglocke anzuschaffen, und fand bei der Mitgliederversammlung im März großen Zuspruch, fasste der Vorsitzende zusammen. Somit konnte die etwa 50 Kilogramm schwere Glocke mit einem Durchmesser von etwa 40 Zentimetern Mitte August in der Glockengießerei in Brockscheid in der Eifel gegossen werden.

„Gestiftet wurde die Glocke von der Familie Markus Forg aus Matzerath, alle übrigen Kosten wurden durch Spenden getragen”, bedankte sich Holländer überschwänglich. Denn ohne die vielen Spenden und das große Engagement vieler Bürger hätte die Glocke nicht angeschafft werden können, verriet er, bevor er auf die Geschichte des „Glockenturmes” in Matzerath zu sprechen kam.

Ursprünglich war der Glockenturm der St. Josef-Kapelle mit zwei Glocken, nämlich einer Josefs- und einer Marienglocke ausgestattet, die im Jahre 1929 eingeweiht wurden. Doch während des Zweiten Weltkrieges wurden beide Glocken aus dem Turm entfernt, so dass die Kapelle zunächst ohne Glocken auskommen musste.

Erst 1947 erhielt die Kapelle in Matzerath wieder eine Josefsglocke, die dann auch eingeweiht wurde. Diese Glocke läutet auch heute noch die Matzerather zur Heiligen Messe und zum Wortgottesdienst.

Als die Kapelle in der ersten Hälfte der neunziger Jahre schließlich renoviert wurde, wurde der Glockenturm sicherlich verbunden mit Hoffnung so ausgestattet, dass irgendwann eine zweite Glocke in Betrieb genommen werden könne. Eine Hoffnung, die in Erfüllung ging, denn nun konnte endlich auch wieder eine Marienglocke eingeweiht werden.