Erkelenz / Otzenrath: „Kampf gegen Garzweiler II geht weiter”

Erkelenz / Otzenrath : „Kampf gegen Garzweiler II geht weiter”

RWE Power sorgte noch am Donnerstagabend für klare Verhältnisse: Kaum war die Obstwiese des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Tagebauloch unter massivem Polizeieinsatz geräumt worden, fielen die 87 Obstbäume den Raupen und Baggern von RWE Power zum Opfer und landeten im Schredder.

„Es muss den Verantwortlichen bei RWE ein großes Anliegen gewesen sein, schnell endgültige Fakten zu schaffen”, erklärte BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen am Freitag. Dabei, so betonte er, hätten die Bäume auch verpflanzt werden können. „Das wäre ein richtiges, ökologisches Signal gewesen.”

Trotz des Verlustes ihres Eigentums sehen sich die BUND-Aktivisten nicht als Verlierer in dem jahrelang schwelenden Rechtsstreit. „Wir haben dem Protest gegen das veraltete Bergrecht bundesweit Gehör verschafft und so vielleicht zu einer öffentlichen Diskussion beigetragen, an deren Ende dieses feudalistische Relikt endlich in den Papierkorb der Geschichte wandert”, betonte Jansen.

Aufgeben wird der BUND seinen Kampf gegen den Braunkohletagebau Garzweiler II nicht. „Wir sind für weitere Aktionen gerüstet”, verkündete der BUND-Landesvorsitzende Paul Kröfges. „Der Kampf gegen den Tagebau geht mit friedlichen Mitteln weiter.”

Den Vorwurf, man hätte die Bäume ausgraben und umpflanzen können, sieht REW-Pressesprecher Lothar Lambertz als nicht gerechtfertigt. Auf Nachfrage erklärte er, dass „es sich nicht gelohnt hätte, da die Bäume nicht mehr angeschlagen hätten.”