Erkelenz-Holzweiler: „Käse-Karl” und „Puten-Paula” schmecken gut

Erkelenz-Holzweiler : „Käse-Karl” und „Puten-Paula” schmecken gut

Wenn Nina von ihrer Mutter aus dem Kindergarten abgeholt wird, schaut diese regelmäßig auf eine Infotafel.

Hier hängen jedoch keine Informationsblätter, vielmehr sind dort kleine weiße, unscheinbare Beutelchen aufgehängt. Darin befinden sich Zettel mit wichtigen Information für die Mutter, etwa: „3 Äpfel”.

Diese Information ist Grundlage für einen Konzept des Kindergarten Holzweiler, wie die dortigen Kinder an Obst und Gemüse herangeführt werden sollen.

Ernährung ist ein wichtiges Thema, insbesondere für die Kinder im Kindergartenalter. Das wissen die Erzieherinnen und die Mütter und genau.

Aus diesem Grund wurde dieses Thema vor einiger Zeit vom Elternrat aufgegriffen und gemeinsam mit den Erzieherinnen überlegt, wie den Kindern eine gesündere Ernährung zugänglich machen könne.

Kurzfristig wurde ein Obst- und Gemüsekorb eingeführt. Damit dieser stets gut und reichhaltig bestückt werden kann, hatten sich die Eltern bereit erklärt, bei ihren Einkäufen zusätzlich etwas für die Kinder im Kindergarten mitzubringen.

Damit es aber nicht nur Äpfel gibt, wurden die kleinen Beutel angefertigt, denen die Eltern unaufgefordert entnehmen können, was benötigt wird.

Dörte Rüstmann und Christiane Ost, zwei Studentinnen des Fachbereich Oecothrophologie an der Fachhochschule Niederrhein wählten für eines von sechs Projekten während ihres Studiums den Kindergarten Holzweiler aus, um Kindern und Eltern eine gesundere Ernährung näher zu bringen.

Dabei spielte es eine besondere Rolle, die Kinder zunächst einmal zu begeistern, etwas anderes an Obst und Gemüse zu probieren. Es wurden zwei Fantasiefiguren erfunden, die in während des Projektes für die Kinder Sinnbild für gute Ernährung werden sollten.

Da war „Käse-Karl”, ein Käsebrot in Gesichtsform, bei dem Nase, Augen, Mund sowie Haare aus den unterschiedlichen Gemüsesorten garniert wurde. „Käse-Karl” zur Seite stand „Puten-Paula” ebenfalls ein Brot in Gesichtsform, jedoch mit einer Scheibe Putenaufschnitt als Grundlage.

Ein Theaterstück machte den Einstieg für die zwei Studentinnen leicht, im Anschluss wurden die Gesichter aus Papier gebastelt.

Höhepunkt der Projekttage war das gemeinsame Frühstück. Für viele Kinder war es das erste mal, dass sie an einer Citruspresse selbst Orangensaft auspressen durften, während andere Kinder unter Aufsicht der Erzieherinnen Obst und Gemüse klein schnitten, alles auf einem Tisch anrichteten und dann mit dem Belegen von „Käse-Karl” oder „Puten-Paula” begannen.

Fazit der ersten Projekttage: Die Kinder lassen sich schnell begeistern, ihre natürliche Neugierde ist geweckt - und es hat macht allen Spaß.