Kreis Heinsberg: „Jungfernfahrt“ über die neue Rampe auf die B56n

Kreis Heinsberg : „Jungfernfahrt“ über die neue Rampe auf die B56n

Es wurde zwar keine Verkehrsgeschichte der Region geschrieben an diesem Tag, aber in gewisser Hinsicht war es schon ein besonderer Moment, den 50 ausgeloste Abonnenten unserer Zeitung bei einem Blick hinter die Kulissen der Heinsberger Unternehmensgruppe Frauenrath erleben durften.

Mit dem Bus ging es vom Firmensitz an der Industriestraße zur großen Baustelle an der Autobahn nahe Janses Mattes, wo A 46, B 56 n und B 221 miteinander verbunden werden. Und in diesem Bus bestritten dann die ­Leserinnen und Leser quasi die „Jungfernfahrt“ über die neue asphaltierte Rampe auf die (an dieser Stelle allerdings eigentlich noch nicht vorhandene) Bundesstraße 56 n, ehe es mit dem Bus weiter auf Erkundungstour durch das Baustellenareal ging.

Gereon Frauenrath freute sich, den Gästen auch die ersten Häuser in der Klimaschutzsiedlung WohnenPlus in Heinsberg vorstellen zu können. Foto: Anna Petra Thomas

Wenn es auf der Baustelle hoffentlich weiterhin gut läuft, hängt das vielleicht auch mit einem Bauwerk zusammen, das an der Baustelleneinfahrt in unmittelbarer Nähe des P+R-Parkplatzes an der B 221 zu entdecken ist: Die Donseler Kapelle ist mit einem Bauzaun gesichert worden. „Wir haben immer Gottes Segen dabei“, so Projektleiter Christoph Staaks vom Frauenrath-Bauunternehmen.

Aufmerksam verfolgten die Leserinnen und Leser im Schulungsraum von Frauenrath die Präsentation der Heinsberger Unternehmensgruppe. Foto: Anna Petra Thomas

Staaks hatte den Teilnehmern dieser Tour zuvor in einem Schulungsraum der Unternehmensgruppe Frauenrath das gemeinsam mit der Übach-Palenberger Willy-Dohmen-Gruppe zu realisierende Bauvorhaben vorgestellt, den Ausführungsplan präsentiert und ebenso digitale Geländemodelle, die mit Satellitenhilfe den Baggerfahrern vor Ort auf der Baustelle genauestes Navigieren ermöglichen — „wie im Computerspiel“, sagte Staaks scherzhaft.

Die Bundesstraße 221 (Geilenkirchen — Heinsberg) wird in diesem Anschlussbereich um drei Meter abgesenkt, die A 46 um zweieinhalb Meter erhöht, damit sie dann kreuzungsfrei über die B 221 hinweg in die B 56 n übergehen kann. In der ersten Bauphase waren die Umfahrung auf der B 221 und die für die Bauzeit benötigte Rampe auf die Autobahn erstellt worden.

In der aktuellen Bauphase 2 steht die Herstellung des Brückenbauwerks, für das die Firma Echterhoff verantwortlich zeichnet, im Mittelpunkt, aber auch neue Rampenbereiche werden geschaffen und die „Ohren“ ausgeschachtet. In der dritten Bauphase soll die Verkehrsführung über die neu zu errichtende B 221 mit einer leichten Verschwenkung schon unterhalb des neuen Brückenbauwerks laufen.

Die provisorischen Umfahrungen können dann zurückgebaut werden. In Bauphase 4 wird schließlich unter anderem die Verkehrseinrichtung durch den Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen folgen. Wann rollen erstmals Fahrzeuge über die neue Achse A 46 — B 56 n? Auf diese Frage konnte es noch keine verbindliche Antwort geben. Straßen.NRW rechnet aber mit einem Bauende im Frühjahr / Sommer 2017.

Eindrucksvoll waren die Zahlen, mit denen Staaks in einer Massenübersicht (ohne Massen der Umfahrung) aufwartete: 13.500 Kubikmeter Mutterboden, 113.500 Kubikmeter Bodenaushub, 21.500 Quadratmeter Asphalt, um nur einige Zahlen zu nennen. Imposant auch die Zahlen für das Bauwerk 1, die Brücke: Baugrube: 6800 Kubikmeter; Gründungssohle: zweimal 300 Quadratmeter; Schalung: 2300 Quadratmeter; Bewehrung: 200 Tonnen; Beton: 1500 Kubikmeter.

Ein weiteres Vorzeigeprojekt der Unternehmensgruppe Frauenrath wurde auf der Rückfahrt angesteuert: Die Klimaschutzsiedlung WohnenPlus an der Robert-Bosch-Straße wird gemeinsam mit der Sparkassen Immobilien GmbH realisiert. Das Land Nordrhein-Westfalen hat dieses Projekt in sein Programm „100 Klimaschutzsiedlungen in NRW“ aufgenommen, ein Qualitätssiegel, auf das die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Gereon und Jörg Frauenrath sichtlich stolz sind.

Auf dem 30.000 Quadratmeter großen Areal sollen 130 Wohneinheiten entstehen — in acht verschiedenen Wohnformen: vom Atelierhaus mit circa 80 Quadratmetern Wohnfläche bis zum Duohaus mit circa 180 Quadratmetern, aber auch Mehrfamilienhäuser werden erbaut. Geothermie-Heizungsanlagen mit Wärmepumpen und Passivhausstandard mit minimiertem Heizungsbedarf sollen energieoptimiertes Wohnen ermöglichen, wie Geschäftsführer Johannes Jansen und Bauleiter Thomas Brudermanns von der A. Frauenrath BauConcept GmbH erläuterten. Ein Plus soll das Wohnquartier auch mit Dienstleistungen erlangen, die auf Wunsch bei der benachbarten Arbeiterwohlfahrt buchbar sind.

Die Präsentation der Unternehmensgruppe, mit der die Veranstaltung eröffnet worden war, hatten die Zuhörer mit großem Interesse verfolgt. 2018 will Frauenrath das 150-jährige Bestehen feiern, werden die Anfänge doch ins Jahr 1868 datiert — mit einem Frauenrath ebenfalls namens Gereon als selbstständigem Pflasterer in Hilfarth. Die verwitwete Carola Frauenrath war es, die das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg aufrechterhielt, damit es ihr Sohn Arndt übernehmen konnte — 1963.

Er war es, der den Umbau zu einem modernen und schnell wachsenden Unternehmen vornahm und dieses als Gruppe auch in der Breite aufstellte (samt einem Standort im sächsischen Bretnig). Deshalb laute — so Gereon und Jörg Frauenrath — die Maxime des Komplettanbieters auch: „Wir entwickeln. Wir bauen. Wir betreiben.“ Aktuell werden alleine von Heinsberg aus 50 bis 60 Baustellen angesteuert.

Von dem im Vortrag und im Imagefilm präsentierten erfolgreich realisierten Bauvorhaben zeigten sich die Zuhörer beeindruckt, wie ein Wortwechsel bewies. „Warum bauen Sie nicht den Berliner Flughafen?“ So lautete die Frage. Gereon Frauenraths Antwort: „Das wäre uns zu groß.“ Die Reaktion aus dem Zuhörerkreis: „Dann wäre er aber schon fertig!“

Weitere Informationen im Internet:
www.frauenrath.de (Unternehmensgruppe)
www.spitze-im-westen.de (WFG-Kampagne)