Selfkant-Höngen: Junge Artisten sammeln für Delfin-Therapie

Selfkant-Höngen : Junge Artisten sammeln für Delfin-Therapie

Bei brütender Hitze lag ein bunter Regenbogen über Höngen. „Manege frei und hereinspaziert“ hallte es über den Schulhof der Gesamtschule Gangelt-Selfkant an der Pfarrer-Meising-Straße. Zusammen mit dem Schulsozialdienst Selfkant und dem Projektzirkus Regenbogen lud die offene Jugendarbeit Selfkant Kinder in der ersten Ferienwochenende der Sommerferien ein.

Mittendrin ist mit Elena ein ganz starkes Mädchen, dass durch eine Krankheit gesundheitlich gehandicapt ist. Für die Kinder und Jugendlichen war es keine Frage, Elena zu helfen und sie für eine weitere Delfin-Therapie zu unterstützen. So wurde nach dem Abschluss der Zirkuswoche eine Sonder-Benefiz- Zirkusvorstellung gegeben, um Geld für die kleine Elena zusammeln.

Da staunt selbst Zirkusfrau Simone Lagrin: Die junge Kira präsentiert atemberaubende Luftakrobatik und sorgt für Nervenkitzel mit ihren artistischen Nummern. Fotos (2): agsb
Da staunt selbst Zirkusfrau Simone Lagrin: Die junge Kira präsentiert atemberaubende Luftakrobatik und sorgt für Nervenkitzel mit ihren artistischen Nummern. Fotos (2): agsb Foto: agsb

Zirkusweg weiter beschreiten

Der Kulturverein Höngen unterstützte das Projekt ebenso, wie auch Familie Nicklas und Simone Lagrin vom Projektzirkus Regenbogen. Nicklas Lagrin stammt aus einer französischen Artistenfamilie — diese gründete 1955 den Zirkus Saran. Nicklas geht mit dem Projektzirkus nun schon in dritter Generation den Weg des Zirkus. Simone Lagrin hingegen stammt ursprünglich aus der Zirkusfamilie Rasch aus Pommern.

Wie für die Kinder war auch hier die Unterstützung Elenas keine Frage. So blieb das große Zirkuszelt eben noch einen Tag länger aufgebaut. Bei der Sonderveranstaltung am Samstagnachmittag rückte sogar die freiwillige Feuerwehr Höngen/Saeffelen aus und kühlte das Zirkuszelt ab.

Vertrauen in das eigene Können

Am Tag zuvor herrschte nämlich unter dem Zelt eine brütende Hitze. Dennoch waren die Kinder selbst voller Tatendrang und konnten es kaum erwarten, ihr Können vorzuführen. Während einer Woche haben sie geübt und dabei unter anderem das Selbstbewusstsein verbessert, das Vertrauen des eigenen Könnens gestärkt, Teamgeist gefördert und auch die eigene Fantasie angeregt.

Beim Zirkusprojekt mit dabei waren auch Kinder aus dem ukrainischen Tschernobyl, wo 1986 die Reaktorkatastrophe war, die auf Einladung der Familie Karl-Heinz Welters ihre Ferientage hier verbrachten.

Staunende Familien

Trotz der Hitze staunten die Zirkusbesucher, besonders Opa und Oma rieben sich die Augen, als sie ihre kleinen Enkelkinder in Aktion sahen. Die ganze Woche über schnupperten die Ferienkinder Zirkusluft und es wurde fleißig geübt und trainiert. Wobei viele von ihnen ungeahnte Talente bei sich entdeckten.

Nervenkitzel gab es aber nicht nur im Publikum. Die Menschenpyramide wackelte, aber sie hielt stand und der folgende Applaus aller steigerte die Motivation noch zusätzlich — und auch die Clowns präsentierten sich in bester Laune. Dann folgte gleich wieder Hochspannung, als die kleinen Artisten die ersten Schritte auf dem Drahtseil wagten.

Familie Lagrin hatte binnen einer Woche eine neue Zirkustruppe zusammengestellt und bestens auf die Programmpunkte vorbereitet. Es war beeindruckend, wie stolz einige Ferienkinder auf dem Drahtseil spazierten und sogar Übungen präsentierten.

Jongleure und Artisten

Die junge Marie zeigte trotz ihres jungen Alters bereits viel Talent und ging voller Stolz alleine über das Seil. Auch die Jongleure wirbelten mit den Ringen als hätten sie nie was anders gemacht. Die Schulpferde vom Andrea Plümakers wurden mit ins Programm eingebunden, hier gab es auf den Rücken der beiden Schulpferde Flicke und Amor weitere atemberaubende Luftakrobatik.

Diese präsentierte Kira in luftiger Höhe, da kamen alle aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und es gab einen sehr lustigen Möhrentrick der Zauberer, da war selbst Nicklas Lagrin verblüfft. Die Zirkuszuschauer sahen danach noch viele weitere erstklassige Programmpunkte. Beide Vorstellungen waren ein Highlight für sich. Die Kinder zeigten mit Freude ihre Nummern und auch Elena war beim Tellerjonglieren mittendrin und hatte sichtlich ihren Spaß dabei.

(agsb)