Selfkant: Jugendmagazin erhält Segen des Papstes

Selfkant : Jugendmagazin erhält Segen des Papstes

Ein Buch sollte niemals nach seinem äußeren Einband beurteilt werden. Gleiches gilt für das christliche Jugendmagazin des Pfarrverbands St. Servatius Selfkant, „You News”.

Die Texte setzen sich mit Kirche und Religion auseinander. Sie betrachten das Christentum und die Welt mit jugendlichem Idealismus und Tatendrang.

Dabei ist das Magazin nach außen hin eher unscheinbar: DIN-A5-Format, einfaches Layout, Fotos in Schwarz-weiß.

Und dennoch hat die schlichte Veröffentlichung bei der schillerndsten Persönlichkeit der Katholischen Kirche, Papst Johannes Paul II., Aufmerksamkeit erregt. Er hat dem Magazin vor kurzem seinen Segen erteilt.

Darauf sind die zehn Blattmacher rund um Chefredakteur Andreas Rademachers stolz. Als die frohe Botschaft aus dem Vatikan die Jugendlichen im Selfkant per Post erreichte, konnten sie es kaum glauben. Dann kam der „Wow”-Effekt.

„Eine größere Anerkennung als von höchster Instanz gibt es für uns nicht”, sagt Andreas Rademachers und spricht von einem enormen Motivationsschub, von der Ermutigung weiterzumachen. „Denn wenn der Chef dafür ist, dann haben wir auch gute Chancen, andere für unsere Arbeit zu gewinnen.” Erreichen möchten die jungen Blattmacher vor allem ihre Generation.

Jauch hinter Jesus

Jugendliche sollten sich wieder für die Kirche begeistern, findet Andreas Rademachers. „Christliche Werte gehören in diese Welt. Sie sind nicht altmodisch. Und so lange Jugendliche sich mit einer Sache identifizieren können, ist es egal, ob es eine Band ist oder die Kirche. Hauptsache, es macht Spaß.”

Da kann es dann auch schon mal passieren, dass Günter Jauch auf dem Titelblatt der „You News” erscheint. Denn in einer Umfrage nach den Vorbildern von Jugendlichen landete Günter Jauch direkt hinter Jesus. Erstaunlich, befanden die Mitarbeiter des Magazins und haben einen Artikel darüber geschrieben. Auf diesem Weg, so Rademachers, spreche man auch Jugendliche an, die sich sonst nicht so stark für die Kirche interessieren.

„Für mich ist die Kirche wichtig, weil die Zeit nicht mehr so friedlich ist wie noch vor ein paar Jahren. Da hilft es, auf die Kirche zu vertrauen, um Kraft und ein besseres Leben zu finden, in dem Gewalt ein Stück weit vermieden werden kann.” Das klingt nach Vision. Aber auch nach konkreten Vorstellungen.

Die hat Andreas Rademachers auch, was das Magazin betrifft. Internationale Themen sollen aufgegriffen werden, und statt der kleinen Fische will er die großen für ein Interview an Land ziehen. Und so hat der 18-jährige Schüler des Geilenkirchener Gymnasiums bereits vom Weltjugendtag 2002 in Toronto berichtet und ist auf dem Flughafen zufällig auf Msgr. Marc Stenger, den Bischof von Troyés in Frankreich, gestoßen und hat im Flieger mit ihm spontan ein Interview über seine Eindrücke vom Weltjugendtag in Kanada geführt.

Außerdem war Andreas Rademachers beim Weltfriedensgebet in Aachen vor Ort und hat dort Patriarch Ignatius IV., das Oberhaupt der Griechisch-Orthodoxen Kirche, für ein Gespräch gewinnen können.

Im Sommer führt es den 18-Jährigen nach Rom. Dann möchte er versuchen, eine Audienz bei Papst Johannes Paul II. zu bekommen. „Ich möchte ihm gern eine Sonderausgabe unseres Magazins überreichen”, sagt er. Die soll doppelt so groß, weitaus umfangreicher und natürlich in Farbe sein. „Das wäre noch einmal mein Traum.”