Wegberg-Beeck: Jugendliche Solisten spielten mit viel Selbstsicherheit

Wegberg-Beeck : Jugendliche Solisten spielten mit viel Selbstsicherheit

Auf hohem Niveau hat das Konzert der Preisträger des Wettbewerbs „Auswahlspiele 2007” des Deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV) stattgefunden.

Mitveranstalter war der Kulturförderkreis Opus 512, Ort des Geschehens war das Vincentiushaus in Wegberg-Beeck. Der 1844 in Berlin gegründete DTKV umfasst mittlerweile mehr als 6000 Mitglieder und zeichnet seit 20 Jahren für die so genannten Auswahlspiele verantwortlich, aus denen die jungen Preisträger im Alter zwischen acht und 19 Jahren aus dem Köln/Aachener Raum hervorgingen.

Zum ersten Mal fand im Musiksaal des Vincentiushauses in Beeck diese Veranstaltung unter dem Titel „Das junge Konzertpodium” statt. Moderiert wurde dieses musikalische Matinee vom Leiter des Bezirksverbandes Köln/Aachen des DTKV, Professor Peter Ziethen, der nach eigener Aussage „sehr stolz auf seine Mannschaft” ist.

Und das völlig zurecht, denn angefangen vom achtjährigen Daniel Lutz, der mit seiner Violine „einen Looping” machte, über den „Arabischen Tanz” der neunjährigen Elli Bartuli am Klavier und der zehn Jahre alten Julia Oberdorfer bis hin zu Sabrina Bernsdorf (elf Jahre), beide ebenfalls an der Violine, sowie Julija Litvinova am Klavier mit der „Love Story” von Francis Lai waren bei den jüngsten Preisträgern schon erstaunliche Fähigkeiten zu erkennen.

Der weitläufige Exkurs durch die Instrumentallandschaften des ersten Teiles des Konzertes schlossen Carl-Philipp Zelle (12), der uns mit dem Violoncello um die Welt mitnahm, sowie Max Walter (12) am Fagott mit „L´apr?s-midi d´un dinosaur” ab.

Besonders hervorzuheben in diesem ersten Teil sind der elfjährige Philipp Levents, der am Klavier ein herrlich erfrischendes „Präludium in E” von Johann Sebastian Bach spielte, und der 13-jährige Johann Zeijl, der, ebenfalls am Flügel, den ersten Satz der „Sonate C-Dur” von Joseph Haydn bereits mit eigener Note hervorzauberte.

Im zweiten Teil waren dann nicht nur die „Älteren” an der Reihe, sondern mit der Mezzosopranistin Emily Dilewski (14), die das Lied „There is a castle on a cloud” der kleinen Cosette aus Claude Michel Schönbergs Musical „Les Mis?rables” sang, sowie der Sopranistin Leonie Breier (19) mit einer Arie der Zerlina aus Mozarts „Don Giovanni” und Schuberts „Gretchen am Spinnrad” beflügelte auch Gesang das jugendliche Konzert.

Hervorzuheben für den zweiten Teil sind insbesondere drei Klaviervirtuosen, namentlich Eva Nesselrath (18), die Robert Schumanns „Sonate Nr.2” in g-moll zunächst emphatisch, dann sehr einfühlsam und getragen interpretierte, sowie Judith Mohr (18) mit Beethovens „Sonate e-moll op. 90”, die bereits einen Vorgeschmack gab, wie es wäre, wenn sie ein ganzes Konzert spielt. Den größten Applaus bekam der 16-jährige Felix Koltun, der Mendelssohn-Bartholdys „Rondo Capriccioso” mit einer Hingabe spielte, wie es seinesgleichen sucht.

Wieder einmal wurde auf sehr hohem Niveau gezeigt, dass das Bedürfnis von Jugendlichen, sich mit etwas Außergewöhnlichem sowie mit sich selbst auseinanderzusetzen, ungemein groß ist. Eine besondere Veranstaltung, die im nächsten Jahr sicherlich wieder in Wegberg stattfinden wird. Zumindest ist das sehr zu hoffen.