Jugendhilfeausschuss des Kreises tagte

Jugendhilfeausschuss des Kreises tagte

Kreis Heinsberg. Die Adoptivvermittlungsstelle beim Kreisjugendamt in Heinsberg soll nun auch formell die Zuständigkeit für die Städte Heinsberg und Erkelenz erhalten.

Der Entwurf einer entsprechenden Vereinbarung wurde im Jugendhilfeausschuss des Kreises beraten.

Grund für den formellen Zusammenschluss ist eine Änderung des Adoptionsvermittlungsrechts. „Jedes Jugendamt ist nun verpflichtet, eine eigene Adoptionsvermittlungsstelle einzurichten”, erklärte der Leiter des Kreisjugendamtes, Manfred Koep.

„Der Gesetzgeber schreibt zudem für Adoptionen ein so genanntes Vier-Augen-Prinzip vor.” Demnach müsse jede Vermittlungsstelle künftig mindestens zwei Teilzeitkräfte beschäftigen. Ein solcher Personalaufwand für beide Städte sei „einfach unsinnig”.

Nach der geplanten Vereinbarung übernimmt der Kreis Heinsberg zum kommenden Jahr nun auch formell sämtliche Aufgaben der Adoptionsvermittlung für das Gebiet der Städte Erkelenz und Heinsberg. „Wir haben das bislang immer mit erledigt”, erklärte Manfred Koep.

„Substantiell ändert sich daher wenig.” Bei den städtischen Jugendämtern würden lediglich die Zuständigkeiten im Bereich der Vormundschaften bleiben. Die bestehende Einrichtung beim Kreisjugendamt sei bislang auch die einzige zugelassene Vermittlungsstelle im Kreisgebiet.

Nach der neuen Gesetzgebung müssen die örtlichen Vermittlungsstellen laut Koep auch Aufgaben auf dem Gebiet der internationalen Adoption übernehmen. „Wir können nicht genau sagen, wie das Arbeitsvolumen der Adoptionsvermittlungsstelle nach der neuen Regelung künftig sein wird”, sagte der Leiter des Kreisjugendamtes.

Er erwarte aber einen stärkeren Zulauf. Für das kommende Jahr rechnet Koep zudem mit einer neuen Rechtsverordnung, „sodass die Zeit des kostenfreien Agierens demnächst vorbei sein wird”. Ohne Änderungsvorschläge segneten die Ausschussmitglieder den Entwurf der Vereinbarung ab.

Manfred Koep informierte auch über die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen. Diese garantiere nun unter anderem die Achtung der Würde von Kindern als eigenständige Persönlichkeit, ihr Recht auf eine gewaltfreie Erziehung und ihren Schutz durch Staat und Gesellschaft.

Anschließend informierte der Jugendschutzbeauftragte der Kreispolizeibehörde Heinsberg, Kriminalhauptkommissar Franz Heinrichs, auf Anfrage der SPD-Fraktion über Kontrolleinsätze der Polizei in Jugendheimen.

„Die Einsätze sind Teil eines aktuellen Präventionskonzeptes, bei dem die Reduzierung von Jugendkriminalität und insbesondere kriminellen Karrieren das Ziel ist”, erläuterte Heinrichs. „Die Maßnahmen wurden von mehreren Mitarbeitern von Jugendheimen ausdrücklich begrüßt und auch als vertrauensbildende Maßnahme gewertet.”

Die Ausschussmitglieder bewilligten schließlich Zuschüsse für Mitarbeiterfortbildungen des Jugendreferats der Region Heinsberg in Höhe von 982 Euro. Anträgen für sechs weitere Maßnahmen wie Wochenendfreizeiten, die sich insgesamt auf 2495 Euro beliefen, stimmten die Mitglieder ebenfalls zu.