Erkelenz: Jugendfußball nur in Kooperation möglich

Erkelenz : Jugendfußball nur in Kooperation möglich

Die Fußballfans blicken zurzeit in Richtung Alpen und fiebern bei der Europameisterschaft mit. Doch vor Ort in der Heimat werden schon die Pläne ausgeheckt, mit denen die Zukunft bewältigt werden soll.

Denn es ist nicht alles eitel Sonnenschein, wie es angesichts des Spektakels in der Schweiz und in Österreich scheint. Denn bei vielen Vereinen hapert es am Nachwuchs. Da sind Ideen gefragt und Blicke über die Grenzen des eigenen Vereins erforderlich.

So geschieht es etwa im Erkelenzer Osten, in Katzem, Kückhoven oder Lövenich. So geht im Bereich des Jugendfußballs die bereits bestehende Spielgemeinschaft Katzem-Kückhoven eine weitere Kooperation ein. Ab der kommenden Saison werden Viktoria Katzem und Germania Kückhoven bei der C- und D-Jugend eng mit dem STV Lövenich zusammenarbeiten. Darauf einigten sich die Vorstände der Jugendabteilungen.

Entsprechende Vorgespräche seien bereits im vorigen Jahr geführt worden, bestätigte der Katzemer Jugendleiter Franz-Josef Conen. Damals seien die Interessen der drei Vereine jedoch noch nicht unter einen Hut zu bringen gewesen. Dies hat sich zwischenzeitlich grundlegend geändert. „Wir standen vor der Situation, dass jeder Verein gerade einmal elf Spieler in der entsprechenden Altersklasse aufzuweisen hatte”, so Conen.

Mit einer solchen Rumpftruppe anzutreten, birgt natürlich das Risiko, dass die Mannschaft nicht spielfähig ist, sobald ein Spieler erkrankt oder ausfällt. Dieses Risiko wollten die Verantwortlichen der drei Vereine schon im Interesse der fußballbegeisterten Jugendlichen nicht eingehen. Auch eine Nichtmeldung der entsprechenden Mannschaften für den Spielbetrieb war keine Alternative.

„Wenn die Spieler erst einmal zu anderen Vereinen abwandern, sind sie für uns verloren”, erklärte Conen mit Blick auf die Zukunft der Vereine. Denn die können nur weiter existieren, wenn es regelmäßig Nachwuchs für die Seniorenmannschaften gibt. Tendenziell werde es nach diesem ersten Jahr der Annäherung so bleiben, da nicht damit zu rechnen sei, dass die Orte noch einmal aus eigener Kraft eine volle Mannschaftsstärke zusammenbekämen, erklärte er.

Auch die Kooperation der Katzemer Viktoria mit dem TuS Germania Kückhoven hatte vor fünf Jahren mit einer Mannschaft aus der Not heraus begonnen. Inzwischen habe sie sich nach Conens Aussage als richtige Entscheidung herausgestellt. Ohne die enge Zusammenarbeit der Vereine werde es seiner Meinung nach in Zukunft nicht mehr möglich sein, in voller Mannschaftsstärke am Spielbetrieb teilzunehmen.

Somit wird die kombinierte C-Jugend in der kommenden Saison für Viktoria Katzem ins Rennen gehen, während die D-Jugend sowohl als Siebener- als auch als Elfer-Mannschaft für den STV Lövenich antreten wird. Trainiert und betreut werden die Mannschaften von einem kompetenten Team aus beiden Vereinen, damit der Kontakt zu den Jugendlichen nicht verloren geht.

Auch wenn die Spieler nominell für den Nachbarverein ins Rennen gehen, bleiben sie ihrem Heimatverein erhalten. Der Begriff „Spielgemeinschaft” wird vermieden, da die Mannschaften unter dieser Firmierung nicht an Meisterschaften teilnehmen könnten.

Auch die Gründung eines ortsübergreifenden Jugendfußballvereins war in der Diskussion. Vorbild war dabei der SV Helpenstein, der sich - allerdings als Gesamtverein - aus den Vereinen aus Wildenrath, Dalheim und Arsbeck zusammensetzt und neben dem FC Wegberg-Beeck und dem SC 09 Erkelenz die meisten Mannschaften ins Rennen schickt.

Von dieser Lösung wurde jedoch Abstand genommen, da sie auch organisatorisch zu arbeits- und kostenintensiv wäre. Darüber hinaus sind die Jugendabteilungen die Aushängeschilder der Vereine, von denen man sich nicht so gerne trennt. Außerdem sind beim SV Helpenstein drei Vereine durch die Fusion zu einem Verein verschmolzen.

„Jugendfußball wird es in Zukunft ohne Kooperationen nicht mehr geben”, ist sich Franz-Josef Conen sicher. Problematisch könnte es bei der jetzigen Lösung werden, wenn die Spieler nach der A-Jugend in den Seniorenbereich wechseln. Denn dann müssen sie sich für einen der Vereine entscheiden.