Kreis Heinsberg: Jugendamtsleiter kritisiert Landesgesetz: „Nicht sachgerecht”

Kreis Heinsberg : Jugendamtsleiter kritisiert Landesgesetz: „Nicht sachgerecht”

Bis zum Jahr 2013 soll auch im Verantwortungsbereich des Kreisjugendamtes Heinsberg ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden. Angestrebt wird nach den Vorgaben des Landes eine Versorgungsquote von 35 Prozent der Unterdreijährigen.

Im Jugendhilfeausschuss, der unter Vorsitz von Willi Paffen im Heinsberger Kreishaus tagte, wurde an die im Oktober des Vorjahres vom Bund und den Ländern unterzeichnete Verwaltungsvereinbarung zum Investitionsprogramm der Kinderbetreuungsfinanzierung 2008 bis 2013 erinnert.

Das Land verabschiedete im Mai entsprechende Richtlinien, auf deren Grundlage das Land bis zu 90 Prozent Zuschüsse für den Aus-, Neu- und Umbau der Tageseinrichtungen gewährleistet. Zehn Prozent übernehmen die Träger als Eigenanteil.

Ausgehend von den Mitte dieses Jahres gemeldeten Kindern im Alter von null bis drei Jahren besteht für das Kindergartenjahr 2011/2012 ein Bedarf von 561 Plätzen. 177 Plätze sind bereits vorhanden. Weitere 384 müssen durch Umwandlung oder Neubau geschaffen werden. Alle angesprochenen Träger beteiligen sich an dem Ausbauprogramm, wozu bereits 19 Investitionskosten-Förderungsanträge gestellt wurden. Das beantragte Gesamtfördervolumen bezifferte das Kreisjugendamt mit 3,4 Millionen Euro. Auflage für die Genehmigung ist die Sicherstellung der Gesamtfinanzierung.

Als Folge des Ausbaus der „U3”-Betreuung wird mit Betriebsmehrkosten von jährlich 1,4 Millionen Euro gerechnet. Schwierig sind Prognosen für mögliche finanzielle Entlastungen durch rückgängige Kinderzahlen. Es seien zwar zukünftig weniger Kinder zu betreuen, die Eltern hätten jedoch eine Wahlmöglichkeit zwischen 25, 35 und 45 Stunden. Wie Kreisjugendamtsleiter Hans-Jürgen Oehlschläger weiter erläuterte, gilt für neu zu schaffende Plätze für Kinder unter drei Jahren „nach derzeitigen Überlegungen des Landes nur das Betreuungsangebot von 25 Stunden”. Aus Sicht der Verwaltung seien diese Überlegungen „nicht sachgerecht”.

Mit der Situation der zukünftigen Kinderbetreuung und der möglichen Verabschiedung einer Resolution an das Land will sich der Jugendhilfeausschuss in seiner nächsten Sitzung am 2. Dezember beschäftigen.