Städteregion: „Jugend im Städteregionstag“ löst geteiltes Echo aus

Städteregion : „Jugend im Städteregionstag“ löst geteiltes Echo aus

Das nennt man dann wohl ein geteiltes Echo: Wenn es um die Frage geht, wie das Projekt „Jugend im Städteregionstag“ nach seiner ersten Auflage zu bewerten ist, fallen die Antworten sehr unterschiedlich aus. Für die Verwaltung war die Premiere ein voller Erfolg, bei den Fraktionen gehen die Meinungen weit auseinander.

Einig sind sich alle Beteiligten aber immerhin in der Einschätzung, dass es 2017 eine Fortsetzung geben soll. Das ist dann ganz im Sinne des Bildungsbüros, das sich das Ziel gesetzt hat, Jugendliche an die Kommunalpolitik heranzuführen, ihr politisches Bewusstsein zu stärken und die Identifikation mit der Städteregion zu steigern.

Dieses Ziel wird von allen Fraktionen gelobt. Doch vor allem FDP und Linke sind bei der praktischen Umsetzung nach eigener Aussage auf manche Mängel gestoßen. „Es haben sich 16 Jugendliche angemeldet, von denen dann nur neun erschienen sind. Das kann ich doch nicht, wie es die Verwaltung tut, als Erfolg feiern“, stellt der FDP-Fraktionsvorsitzende Georg Helg fest.

Das will Markus Terodde allerdings so nicht stehenlassen. „Wir haben sicherlich keine Jubelarie hingelegt, sondern kritisch festgestellt, dass die Resonanz nicht befriedigend war“, betont der unter anderem für Jugend und Bildung verantwortliche Dezernent. Gleichwohl ist er vom hohen Wert des Projektes weiterhin überzeugt: „Es gab viele positive Erfahrungen und wertschätzende Äußerungen der Jugendlichen und ihrer Mentoren.“

Besagte Mentoren waren Mitglieder des Städteregionstages, denen die Bewerber im Alter zwischen 15 und 21 Jahren anhand ihres Wohnortes zugeordnet wurden. Nach einer Auftaktveranstaltung und dem ersten Kennenlernen begleiteten die jungen Leute die Mentoren in ihrem kommunalpolitischen Alltag — bei öffentlichen Terminen und Ausschüssen ebenso wie bei internen Besprechungen und Sitzungen. „Der Gesamteindruck und vor allem der Einblick in die Kommunalpolitik und Verwaltung wurden ausschließlich mit gut bis sehr gut bewertet“, freut sich Markus Terodde über die positive Resonanz in der abschließenden Besprechung.

Und auch in Reihen der städteregionalen Fraktionen gibt es durchaus lobende Worte für das Projekt. Zum Beispiel von Ulla Thönnissen: „Unsere Erfahrungen waren sehr gut. Die Jugendlichen haben einen tiefen Einblick bekommen und sich auch ein Bild von den Unterschieden zwischen Städteregion und Kommunen machen können“, stellt die CDU-Fraktionsvorsitzende zufrieden fest. „Wir hatten eine eher zurückhaltende Teilnehmerin. Aber im Feedback-Gespräch hat sich herausgestellt, dass sie die Zeit ganz toll fand“, berichtet Martin Peters (SPD).

Davon ist Georg Helg weit entfernt: „Unsere Erfahrung war total negativ“, bringt der Liberale sein Resümee in einem Satz auf den Punkt. „Ich fände es wesentlich sinnvoller, wenn wir die Jugendlichen an die Stadt- und Gemeinderäte in ihren Heimatkommunen heranführen würden.“ Wenig begeistert äußert sich auch Uwe Löhr. „Das war insgesamt nicht sehr erfreulich. Unser Jugendlicher war ziemlich unzuverlässig und ist zu abgesprochenen Terminen einfach nicht erschienen“, bemängelt der Linken-Fraktionsvorsitzende. Gleichwohl will er einen zweiten Anlauf machen: „Die misslungene Premiere wird uns nicht davon abhalten, das Projekt weiter mitzutragen.“

Das ist ganz im Sinne von Peter Timmermanns (CDU): „Es hat sich um einen erster Aufschlag auf der städteregionalen Ebene gehandelt, die sicherlich schwieriger zu vermitteln ist als die kommunale. Es handelt sich aber um ein bedeutendes Projekt, das wir weiterentwickeln sollten.“

So wird es denn nach einer Absprache der Fraktionen auch sein: Die zweite Runde soll unter Federführung des Bildungsbüros wieder mit der Bewerbungsphase nach den Sommerferien starten. Für Markus Terodde ist das eine wichtige und richtige Entscheidung: „Denn sowohl die Jugendlichen als auch die teilnehmenden Mitglieder des Städteregionstages haben mit deutlicher Mehrheit für eine Fortführung plädiert.“