Heinsberg/Dresden: Jörg Frauenrath zur Lage im Hochwassergebiet

Heinsberg/Dresden : Jörg Frauenrath zur Lage im Hochwassergebiet

Mit einem blauen Auge - oder passender gesagt „mit einem nassen Fuß” - davon gekommen ist nach bisherigem Erkenntnisstand der ostdeutsche Zweig der Heinsberger Unternehmensgruppe Frauenrath, der seinen Sitz in Bretnig-Hauswalde hat, zirka 25 Kilometer östlich von Dresden.

Geschäftsführender Gesellschafter Jörg Frauenrath beschrieb in einem Telefongespräch mit HZ-Redakteur Dieter Kaulard die Situation vor Ort.

Vom Hochwasser wie auch vom dadurch verursachten Grundwasser-Anstieg sind derzeit Baustellen in Glashütte (Recycling-Sektor), im Großraum Dresden (Straßenbau) und in Pillnitz (Landschaftsbau) in Mitleidenschaft gezogen worden; im Landschaftsbau ist derzeit alleine wegen des hohen Grundwasserpegels Zwangspause angesagt.

Trotzdem zieht Jörg Frauenrath eine - gemessen am Gesamtausmaß der Flutkatastrophe - behutsam-positive vorläufige Bilanz: „Wir haben noch Glück gehabt, wir sind nicht allzu hart getroffen worden.”

Im Großraum Dresden seien mehrere gerade fertiggestellte Straßen überflutet worden. „Es ist zu Unterspülungen und Absetzungen bis zu 20 Zentimetern gekommen.” Hier sei das Unternehmen indirekt über Gewährleistungsansprüche tangiert.

Andere Baustellen, so Jörg Frauenrath, hätten eingestellt werden müssen, da anstehende Arbeiten wie die Verlegung von Rohren derzeit nicht ausgeführt werden könnten. Zur Behebung akuter Schäden seien die Rohrleger voraussichtlich die nächsten vier Wochen andernorts gebunden.

Als „übel” bezeichnete er einen der ersten Tage der Flutkatastrophe. Nach dem Überlaufen der Talsperre Malter sei das Wasser in den Bach Weißeritz geschossen und habe ihn in einen reißenden Fluss verwandelt.

Jörg Frauenrath: „Das kam so schnell, da konnte man keine Vorkehrungen treffen.” Einige Autos und Büros sind „abgesoffen”. Direkte Hochwasserschäden am eigenen technischen Gerät habe die Unternehmensgruppe nicht zu beklagen, allerdings seien angemietete Geräte betroffen.

Das Unternehmen ist gegenwärtig weniger auf der Seite der Flutopfer, als vielmehr auf der der Nothelfer zu finden. Mit Baggern, Radladern und Lkw ist eigenes Personal an den Sandsack-Transporten und den Aufräumarbeiten beteiligt.

Zunächst, so Jörg Frauenrath, habe man einfach geschaut, wo man gebraucht werde. Bei den Behörden sei es anfangs „drunter und drüber” gegangen, von konkreten Einsatzplänen habe keine Rede sein können.

„Erst einmal mussten die Krisenstäbe tagen und die Gebiete einteilen. Jetzt kommen die ersten Aufträge.”