Gangelt-Schierwaldenrath: Jeder mit „Eisenbahnmacke“ ist bei der Selfkantbahn willkommen

Gangelt-Schierwaldenrath : Jeder mit „Eisenbahnmacke“ ist bei der Selfkantbahn willkommen

Die Arbeitswoche zum Mitmachen läuft derzeit bei der Selfkantbahn am Bahnhof Schierwaldenrath. Jeder, der eine „Eisenbahnmacke“ hat, wie der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr, Bernd Fasel, die Leidenschaft zu den Dampfrössern charmant betitelt, ist herzlich eingeladen, einfach mal vorbeizuschauen.

Noch bis zum kommenden Sonntag wird auf dem Gelände der Museumseisenbahn fleißig gewerkelt, und helfende Hände sind bei den anstehenden Aufgaben gerne gesehen. Der Spaß und die Pflege des Gemeinschaftsgefühls werden in der Arbeitswoche aber keinesfalls zu kurz kommen.

Wie Bernd Fasel berichtet, steht für den kommenden Mittwoch ein gemeinsamer Ausflug zu den Kollegen der Brohltalbahn auf dem Programm. 500 Mitglieder hat die Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr derzeit, davon sind 70 bis 80 Aktive in den Werkstatt- und Zugbetrieb eingebunden. Der Vorsitzende Bernd Fasel ist äußerst zuversichtlich, dass für jeden, der eine größere oder kleinere Eisenbahnmacke hat, auch eine passende Aufgabe gefunden werden wird.

Fasel: „Wir haben Arbeit ohne Ende.“ Wer einmal durch die große Fahrzeughalle mit dem Fuhrpark der Selfkantbahn schlendert, kann sich davon überzeugen. „Bei uns ist das wie beim Kölner Dom“, sagt Fasel lächelnd.

Lok 101 in der Werkstatt

Die alten Fahrzeuge seien sehr arbeitsintensiv, sagt er, und wer mit anpacken möchte, könne dies bei Holz-, Metall- und Lackarbeiten gerne tun: „Jeder ist uns willkommen, jeder ist bei uns gleich wichtig, bei uns wird jeder mit dem gleichen Respekt behandelt.“

Niklas Hoffmann aus Gillrath und Nico Lange aus Grotenrath sind zwei Industriemechaniker, die auch in ihrer Freizeit nicht von den Maschinen lassen können. Seit 2011 sind sie ehrenamtlich bei der Selfkantbahn im Einsatz. Derzeit machen sie eine der beiden Lokomotiven des Vereins, die Lok 101, wieder flott. Die Lok ist in der Werkhalle aufgebockt, und die beiden jungen Mechaniker beschäftigen sich gerade mit dem Fahrwerk. Seit einem halben Jahr wird die 101 instandgesetzt. Wenn alles gut geht, wird sie am kommenden Wochenende wieder auf große Fahrt nach Gillrath gehen.

Da ein Unglück selten allein kommt, hatte die zweite Dampflokomotive der Selfkantbahn, die Lok 20, den Dienst während des laufenden Betriebs quittiert und musste auch in die Werkstatt. Ein würdiger Ersatz konnte mit der Franzburg vom Deutschen Eisenbahn-Verein in Bruchhausen-Vilsen ausgeliehen werden. Diese Lok aus dem Jahr 1894 dürfte eine der ältesten noch in Betrieb befindlichen Dampfloks auf deutschen Schienen sein.

Auch in der Fahrzeughalle liegt noch reichlich Arbeit für unzählige fleißige Hände. Die V11 sieht zwar schon fast wieder aus wie eine richtige Diesellok, aber bis sie einmal fahrtüchtig sein wird, dürften noch etliche Arbeitsstunden vergehen. Die V11 fuhr einst auf den Schienen der Selfkantbahn, damals noch unter der Obhut der Geilenkirchener Kreisbahn, ging verschollen und wurde von einem Vereinsmitglied in Togo in einem desolaten Zustand wiederentdeckt und vom Verein nach Hause geholt.

Jeder, der einmal selbst Hand anlegen möchte an diesen riesigen Stahlrössern, sollte auf jeden Fall mal am Bahnhof Schierwaldenrath vorbeischauen — Arbeit gibt es hier definitiv genug und die Freude, gemeinsam etwas zu schaffen, gratis dazu.

(defi)
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