Kreis Heinsberg: Jazzlife-Jubiläumsjahr: Finale im Zeichen von Elvis Presley

Kreis Heinsberg : Jazzlife-Jubiläumsjahr: Finale im Zeichen von Elvis Presley

Schon seit 25 Jahren sorgt sie für Furore: die Big Band Jazzlife der Kreismusikschule Heinsberg. Zum Abschluss ihres silbernen Jubiläumsjahres lockte sie mit einem ganz besonderen Konzert zahlreiche Zuhörer ins ehemalige Schulhaus im Übach-Palenberger Stadtteil Marienberg.

Das Programm war diesmal für alle Pop- und Jazz-Fans ein besonderer Leckerbissen, denn das Motto des Abends lautete: Elvis Presley Special 2017. Der 1977 im Alter von erst 42 Jahren gestorbene „König des Rock‘n‘ Roll“ besitzt noch heute den Staus einer Legende und eine große internationale Fangemeinde.

Kein Wunder, dass der Besucherandrang groß war, zumal mit Ilja Koch ein vorzüglicher Elvis-Imitator mit ins Boot geholt worden war. Mit seiner etwas untersetzten Gestalt verkörperte Ilja Koch allerdings mehr den reifen Elvis Presley und nicht mehr den Jungstar, der seinerzeit ein Millionenpublikum in Ekstase versetzt hatte. Seine stimmlichen Qualitäten waren jedoch ausgezeichnet.

Festlich und schwungvoll begann das Programm mit „Proud Mary“, gefolgt von dem prickelnden „Pretty woman“. Bereits da erwiesen sich die Big-Band-Musiker als perfekte Interpretatoren. Dass Elvis Presley auch ein sehr gläubiger Mensch war, kam in der „American Trilogy“ zum Ausdruck, denn da wurde der Gospel „Glory Halleluja“ motivisch aufgegriffen. „Suspicious minds“ wirkte dagegen eher besinnlich.

Mit einem prächtigen Alt-Solo glänzte ­Aradhana Grunenberg in dem Song „Dance with my father again“, den Elvis Presleys Tochter Lisa-Marie zum Andenken an ihren Vater geschrieben hatte. Sie trat ebenfalls in seine Fußstapfen, erlangte allerdings nie seine Berühmtheit. Noch ein weiterer Song von Lisa-Marie Presley („I will always love you“) war im Programm vertreten, da gefielen Johanna Ansey mit ihrem gefühlstiefen Mezzosopran und Florian Tümmers mit einem Saxophon-Solo.

Ganz in seinem Element war Elvis-Imitator Koch dann in „Viva Las Vegas“, wo die gespenstisch-flackernde Glitzerwelt der Spielhöllen und Casinos treffend dargestellt wurde. Und sogar der Opernsänger Elvis Presley kam zur Geltung in „It‘s now or never“, eine englische Version des bekannten Gondoliere-Liedes „O sole mio“. Dem rhythmisch aggressiven „Burning Love“ folgte das eher behäbige „Put your hand in the hand“.

Eine gemütlich-beschauliche amerikanische Weihnacht spiegelte sich in „Blue christmas“, worin Ilja Koch und Aradhana Grunenberg ein wunderschönes Duett hinlegten. Denselben schönen Zusammenklang erzielte Koch auch mit Johanna Ansey bei „Just pretend“. Die heftigen Disko-Rockklänge des „Don‘t be cruel“ fanden Entspannung in dem ruhig dahinfließenden „Devil in Disguise“, während das tiefauslotende „My way“ den denkbar größten Kontrast zu dem abschließenden „Blue Suede shoes“ bildete.

Da klang dann der so wohlbekannte Rock-‘n‘-Roll-Sound auf, der zum Markenzeichen von Elvis Presleys Musik geworden ist. Dem stürmischen Applaus der Zuhörer folgten dann noch zwei Zugaben mit „Sweet caroline“ und „White christmas“. Eine besondere Anerkennung gebührte dem Big-Band-Leiter Rainer Tegtmeyer, der zahlreiche Stücke selbst arrangiert hatte und außerdem ein vorzüglicher Moderator war.

(gd)