Wegberg-Wildenrath: Japanischer Konzern investiert in Wildenrath

Wegberg-Wildenrath : Japanischer Konzern investiert in Wildenrath

Der japanische Konzern Denso, der weltweit 95000 Mitarbeiter zählt und im vergangenen Jahr einen Umsatz von 24,2 Milliarden US-Dollar erzielte, hat sein Herz für Wegberg-Wildenrath entdeckt.

Im Industrie- und Gewerbegebiet auf dem ehemaligen Flugplatzgelände wird die Denso Automotive Deutschland GmbH in Kürze ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum für Komponenten und Systeme in Dieselmotoren eröffnen. Das 13-Millionen-Euro-Investment wurde am Donnerstag bei einer Pressekonferenz der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) im Wildenrather List-Zentrum bekannt gegeben.

Im Januar 2004 war Denso auf der Suche nach einem Standort für das Zentrum an das Büro der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) NRW in Tokio herangetreten. Das besondere Interesse des Automobilzulieferers galt der Region Aachen, die weltweit als Technologiezentrum in der Motorentechnik bekannt ist.

Über die Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer wurde auch die WFG auf das Ansiedlungsvorhaben aufmerksam, ging als Außenseiter ins Rennen (da eigentlich ein Standort an der A4 Aachen - Köln gesucht wurde) und konnte sich durchsetzen.

„Mit ausschlaggebend war letztlich die sofortige Verfügbarkeit eines auf die Belange des Unternehmens weitgehend passenden Gebäudes”, so WFG-Geschäftsführer Dr.Joachim Steiner.

Denso kaufte im Juni von der WFG das Gebäude, das ursprünglich im Public-Leasing-Verfahren für die (später insolvent gewordene) KKS GmbH errichtet worden war: eine 1200 Quadratmeter große Halle plus 900 Quadratmeter Büroräume. Ergänzungsflächen stellte die Entwicklungsgesellschaft Wegberg-Wildenrath bereit.

Mit zehn Beschäftigten will Denso im April nach Umbau der Immobilie die Arbeit aufnehmen; zwei, drei Techniker werden kurzfristig noch gesucht. Mittelfristig, so verlautete, sollen 20 bis 30 Ingenieure und Techniker in dem von Masato Nakagawa geführten „Aachen Engineering Center” beschäftigt werden.

Die Japaner verwiesen allerdings vorsichtig darauf, dass dies von der Entwicklung der Geschäftslage abhängig sein werde. Dies gelte auch für die Möglichkeit, dass in Wildenrath langfristig nicht nur Dieseleinspritzsysteme im Blickpunkt stehen könnten. Denso betreibt im bayerischen Eching ein Testcenter für Fahrzeug-Klimaanlagen und plant weitere Entwicklungszentren in Europa, „um Kundenanforderungen schnellstmöglich befriedigen zu können”.