Kreis Heinsberg: Janusz-Korczak-Schule: Es geht weiter

Kreis Heinsberg : Janusz-Korczak-Schule: Es geht weiter

Am Ende stand der Grüne Jörg van den Dolder in der Diskussion um die Zukunft der Janusz-Korczak-Schule im Kreistag allein auf weiter Flur.

Und seine Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen war dann auch bei der Abstimmung ohne jeden Partner: Gegen die Stimmen der Grünen votierten alle anderen Mitglieder des Kreistages für eine Fortführung dieser Förderschule des Kreises Heinsberg mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung.

Dies musste allerdings formell in der Form eines Beschlusses zur Neuerrichtung erfolgen, da vom Kreistag im Jahr 2014 die auslaufende Auflösung zum Ende des Schuljahres 2019/2020 beschlossen worden war. Das letzte Wort hat nun bei der Genehmigung die bei der Kölner Bezirksregierung angesiedelte obere Schulaufsicht.

Die Schülerzahlen sein nicht gestiegen, sagte der Grüne Jörg van den Dolder. Ein Gutachten erwarte sogar mittelfristig deutlich sinkende Schülerzahlen. „Wir bezweifeln, das vor diesem Hintergrund eine zusätzliche Förderschule nötig ist und eine Bestandsgefährdung der bestehenden Förderschulen ausgeschlossen werden kann.“

Das Wiederhochfahren kleiner Förderschulen werde den Mangel an Sonderpädagogen deutlich verschärfen. Das gesamte Verfahren sei überstürzt. „Wir gründen eine neue Schule mit Schülerinnen und Schülern, die an anderen Schulen eingeplant waren und deren Anzahl prognostisch weiter sinkt.

Diese waren schon 2014 knapp und deswegen haben wir zwei Schulen (Mercator-Schule und Don-Bosco-Schule) zu einer Schule mit zwei Standorten zusammengelegt. Und in Nachbarschaft eines dieser Standorte sollen jetzt Container für eine weitere Schule aufgestellt werden, bevor für einen Millionenbetrag ein neues Schulgebäude aus dem Boden gestampft wird.“ Dies sei keine sachgerechte Lösung, so der schulpolitische Sprecher der Grünen.

Von Sprechern anderer Fraktionen erntete der Grüne Widerspruch. Norbert Reyans, der Vorsitzende der CDU-Mehrheitsfraktion, erklärte, der Beschluss für die Fortführung beziehungsweise Neuerrichtung der Janusz-Korczak-Schule — nach Ansicht der Christdemokraten und Freien Demokraten durch eine Änderung der Schulpolitik auf Landesebene überhaupt erst möglich geworden — solle dazu dienen, dass alle Kinder im Kreis eine optimale Betreuung erhalten könnten. Von mehreren Fraktionen wurde das Vertrauen in die Verwaltung zum Ausdruck gebracht, dass sie eine gute räumliche Lösung finden werde.

Denn im Kreistagsbeschluss steht zwar: „Der Standort der Schule befindet sich in zentraler Lage im Kreis Heinsberg.“ Doch wo das sein wird, das soll erst später entschieden werden. Die Stadt Geilenkirchen hatte den aktuellen Mietvertrag für die Janusz-Korczak-Schule mit Wirkung zum 31. Juli 2018 gekündigt. Franz Josef Dahlmanns, Dezernent in der Kreisverwaltung, hatte im Schulausschuss erklärt, dass es auf eine maximal zwei Jahre währende Zwischenlösung (nicht unbedingt, aber möglicherweise in Containern) sowie langfristig gegebenenfalls auf einen Neubau hinauslaufen könnte.

(disch)
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