Kreis Heinsberg: Janusz-Korczak-Förderschule soll fortgeführt werden

Kreis Heinsberg : Janusz-Korczak-Förderschule soll fortgeführt werden

Die Janusz-Korczak-Förderschule soll nun doch fortgeführt werden. Dies schlägt die Kreisverwaltung dem Schulausschuss vor, der am kommenden Montag tagt. Eigentlich sollte die Schule zum Ende des Schuljahres 2019/2020 aufgelöst werden. Die Standortfrage ist noch ungeklärt.

Aus der Vorlage der Kreisverwaltung für den Schulausschuss des Kreises, der am kommenden Montag, 29. Januar, um 18 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Kreishauses in Heinsberg an der Valkenburger Straße tagt, geht ein entsprechender Beschlussvorschlag hervor. Das letzte Wort auf Kreisebene hat der Kreistag in seiner Sitzung am 22. Februar. Für die Genehmigung ist dann letztlich die obere Schulaufsicht bei der Bezirksregierung zuständig.

Die Kreisverwaltung schlägt nun vor, der im Dezember 2014 gefasste Beschluss des Kreistages über die auslaufende Auflösung der Janusz-Korczak-Schule des Kreises Heinsberg solle aufgehoben werden. Die Schule solle mit einem ein förmlichen Beschluss neu errichtet und ab dem Schuljahr 2018/2019 als Schule der Primar- und Sekundarstufe I fortgeführt werden.

Die jährlichen Kosten sollen sich für den Kreis als Schulträger auf circa 250.000 Euro belaufen — ohne Gebäudekosten.

Ungeklärt ist aber noch die Standortfrage: Derzeit ist die Janusz-Korczak-Schule in einem von der Stadt Geilenkirchen angemieteten Gebäude in Hünshoven untergebracht, doch die Stadt hat den Mietvertrag mit Wirkung zum 31. Juli 2018 gekündigt. Eine zunächst angestrebte Nutzung von ehemaligen Schulgebäuden der Stadt Heinsberg könne bedauerlicherweise nicht realisiert werden, so ist in der Sitzungsvorlage nachzulesen. Die Stadt habe dem Kreis mitgeteilt, dass sie — aufgrund anderer Nutzungsnotwendigkeiten — dem Kreis kein Schulgebäude zur Miete oder zum Kauf anbieten könne.

Beschlossen werden soll nun, dass sich der Standort der Schule „in zentraler Lage im Kreis Heinsberg“ befinden solle. Die Verwaltung soll beauftragt werden, die baulichen Voraussetzungen für einen geordneten Schulbetrieb zu schaffen. Soweit notwendig, seien „bauliche Zwischenlösungen“ zu realisieren. Für diese wie für den endgültigen Sitz der Schule bleibt die Frage: Wo?

Vor dem Hintergrund von Überlegungen, inwieweit im Rahmen der Schulpolitik der neuen NRW-Landesregierung ein Erhalt bestehender Förderschulstrukturen im Kreis Heinsberg realisiert werden könne, hatte die Verwaltung im September vom Kreisausschuss einen entsprechenden Auftrag erhalten. Etliche Gespräche wurden laut Verwaltungsvorlage geführt, auch mit dem Schulentwicklungsplaner. Landrat Stephan Pusch (CDU) hatte zu einem „Runden Tisch“ mit Bürgermeistern und Schulausschussvorsitzenden der Städte und Gemeinden, oberer und unterer Schulaufsicht, Leitungen aller Förderschulen sowie Vertretern der einzelnen Schulformen im Lenkungskreis des Regionalen Bildungsnetzwerkes eingeladen.

Die untere Schulaufsicht habe deutlich gemacht, dass es aus pädagogischer Sicht für einzelne Schülerinnen und Schüler wichtig sei, in einem spezialisierten, kleinen System beschult zu werden. Auch von Förderschulleitern werde der Erhalt der Janusz-Korczak-Schule als sinnvoll erachtet. Die Qualität der sonderpädagogischen Förderung im Kreis werde dadurch erhöht.

Mit Blick auf Mercator-Schule / Don-Bosco-Schule in Gangelt und Oberbruch sowie die Peter-Jordan-Schule in Hückelhoven, die über mehrere Förderschwerpunkte, darunter auch Emotionale und soziale Entwicklung, verfügen, sei eine enge Vernetzung zwischen Schulen und der beim Kreis angesiedelten unteren Schulaufsicht bei der Elternberatung wichtig. Dabei gehe es um eine ausgeglichene Schülerverteilung. Die Janusz-Korczak-Schule soll ihr Konzept auf die Beschulung der Schülerinnen und Schüler ausrichten, die einer verstärkten Förderung bedürfen.

(disch)